Religion

Union albanischer Imame in der Schweiz will moderate Stimme sein

Die neue Union will eine moderate Stimme sein - Muslime beim Gebet (Symbolbild)

Die neue Union will eine moderate Stimme sein - Muslime beim Gebet (Symbolbild)

Die albanischen Imame in der Schweiz haben sich zusammengeschlossen und eine Union gegründet. Sie wollen moderaten Muslimen eine Stimme geben und religiösem Fanatismus entgegentreten.

"Wir haben die Union nicht als Opposition zum Islamischen Zentralrat gegründet", sagte Präsident Rejhan Neziri in einem Interview, das am Montag in der Westschweizer Tageszeitung "Tribune de Genève" erschienen ist. Dennoch ist Neziri der Ansicht, Zentralratspräsident Nicolas Blancho vertrete die moderaten Muslime in der Schweiz nicht.

Während Blancho beispielsweise getrennte Schulen für Muslime propagiert, gibt sich Neziri differenzierter: In Kantonen, die Religionsunterricht an Schulen vorschreiben, spricht er sich für einen eigenen Unterricht für Muslime aus. "Im Allgemeinen sind wir aber völlig einverstanden mit dem Schweizer System, das Staat und Religion trennt."

Auch in der Frage des Schleiers für Frauen zeigt sich Rejhan Neziri moderat. In der Schweiz wie auch im Kosovo trage die Mehrheit der muslimischen Frauen keinen Schleier, sagte er im Interview: "Niemand kann eine Frau dazu zwingen, ihn zu tragen oder abzulegen."

Mit Extremismus befassen

Die Union der albanischen Imame ist am 22. Januar gegründet worden. Sie vereint 30 Imame aus allen Landesteilen. Gemäss eigenen Angaben will sie sich für die Rückkehr des Vertrauens in die Muslime einsetzen. Zudem will sie sich mit islamischem Extremismus und religiösem Fanatismus in der Schweiz befassen.

Unionspräsident Rejhan Neziri ist Imam der albanischen islamischen Gemeinschaft Neumond in Kreuzlingen TG. Im Interview mit dem albanischen Newsportal Albinfo.ch sagte er, extremistische Gefühle seien eine Realität, die nicht einfach übersehen werden könne.

"Wir sehen es als unsere Verantwortung, uns mit jeder Art von Äusserungen zu befassen, die als Anstiftung zu Extremismus oder Fanatismus verstanden werden könnte." Dies gilt laut Neziri insbesondere für den religiösen islamischen Extremismus, "da der Islam diesen nicht nur nicht von uns verlangt, sondern dergleichen klar widerspricht".

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