Konkret geht es um ein im September verschicktes Merkblatt zuhanden des Detailhandels mit dem Titel "Ständige Arbeitsplätze mit eingeschränkter bzw. ohne natürliche Beleuchtung und/oder ohne Sicht ins Freie". Dieses soll die SECO-Wegleitung zur Verordnung 3 zum Arbeitsgesetz zum gleichen Thema ergänzen.

Stein des Anstosses sind die in der Wegleitung erwähnten zusätzlichen Pausen von mindestens 20 Minuten pro Halbtag zulasten des Arbeitgebers für Verkaufspersonal, das ohne Tageslicht und ohne Sicht ins Freie arbeiten muss.

Im Merkblatt sind diese nicht mehr explizit erwähnt, das SECO schreibt von "bewilligtem, periodischem und bewusstem Tanken von Tageslicht und Sicht ins Freie". Für die Gewerkschaft bedeutet dies: "Die zusätzlichen Pausen werden faktisch abgeschafft."

Dies sei nicht nur ein Affront gegenüber dem Verkaufspersonal, sondern auch eine Verschlechterung des Gesundheitsschutzes, kritisierte die Unia vor den Medien in Bern. Die Gewerkschaft fordert deshalb vom SECO den Rückzug des Merkblattes.

Für das SECO ist dies allerdings kein Thema. Das Merkblatt sei nötig geworden, weil Detailhändler und kantonale Vollzugsbehörden festgestellt hätten, dass die kompensatorischen Pausen schwierig umzusetzen seien, sagte Sprecherin Antje Bärtschi auf Anfrage.

Das Papier führe deshalb zusätzliche Massnahmen ein, die den ausreichenden Kontakt des Personals mit Tageslicht besser gewährleisten sollen.