Wirtschaftskrise

Unia fordert ökologische und soziale Standards bei Kreditangeboten

Corrado Pardini spricht sich für Produktionsfonds aus (Archiv)

Corrado Pardini spricht sich für Produktionsfonds aus (Archiv)

Ökologische und soziale Standards statt Rendite-Spekulationen: Die Gewerkschaft Unia fordert ein alternatives Kreditangebot neben den Banken. Statt Profite für die Banken soll das System des «Produktionsfonds» Arbeitsplätze sichern und ökologische Produktion fördern.

"Der Produktionsfonds stellt Unternehmen Kredit zur Verfügung, ohne dass damit beim Kreditgeber irgend eine Rendite-Spekulation verbunden ist", beschrieb Corrado Pardini, der Leiter des Sektors Industrie, den Unia-Vorschlag gemäss Redetext. Der Produktionsfonds richte sich an produzierende Unternehmen: Diese bezahlten einen niedrigen Zins, und könnten so neue Investitionen tätigen.

Gleichzeitig müssen sich die Unternehmen zur Einhaltung von ökologischen und sozialen Standards verpflichten. Das Geld soll von den Pensionskassen kommen: Diese erhielten nicht so hohe Renditen, müssten dafür aber ihr Kapital nicht "auf den wild gewordenen Finanzmärkten riskieren", sagte Pardini vor den Medien in Bern weiter.

Neben der Sicherung von Arbeitsplätzen steht für die Unia auch "der ökosoziale Umbau" der Schweiz im Vordergrund. "Greentech ist die Leitindustrie des nächsten Jahrzehnts", heisst es in der Unia-Mitteilung. Um ökologische Produktionsweisen zu erleichtern, will die Unia neben dem Kredit auch eine Leasing-Finanzierung einführen.

Das Leasing-Instrument erlaube es Kunden wie Unternehmen, sofort mit neuesten Technologien zu arbeiten, ohne selbst grössere Mengen Investitionskaital zu binden. Veraltete und ökologisch unsinnige Technologien könnten so schnell ersetzt werden, zeigte sich Renzo Ambrosetti, Co-Präsident der Unia, überzeugt.

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