Reparatur abgeschlossen
Unheimliche Pannenserie: AKW Gösgen soll am Freitag wieder ans Netz

Innerhalb weniger Wochen musste das AKW Gösgen zweimal vom Netz genommen werden. Grund dafür waren Defekte, die auf Fehler des Herstellers Siemens zurückzuführen sind. Bis am Freitag soll das Atomkraftwerk aber wieder einsatzbereit sein.

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AKW Gösgen: Ab Freitag sollte es wieder laufen (Archiv)

AKW Gösgen: Ab Freitag sollte es wieder laufen (Archiv)

Keystone

Bereits anfangs Juli kam es zu einem längeren Ausfall. «Die Beschichtung der Rotoroberfläche des neuen Generators hat sich wahrscheinlich auf Grund eines Fehlers bei der Herstellung stellenweise gelöst, was zum Ausfall führte», liess das Kraftwerk verlauten.

Wiederum ein Fehler des Herstellers

Doch kurz nachdem der Betrieb wieder aufgenommen wurde, kam der nächste Schock für die AKW-Betreiber: Plötzlich trat aus dem Generator Öl aus.

Nach aufwendiger Suche habe man nun aber den Grund dafür gefunden. Wie der Leiter des AKW Gösgen, Herbert Meinecke, gegenüber Radio SRF sagt, sei unterdessen eine defekte Rohrleitung gefunden worden, deren Leck das Auslaufen des Öls ermöglicht habe.

Bitter für das AKW: Wiederum machte der Hersteller Siemens schwerwiegende Fehler. Als Folge der permanenten Schwingungen des Generators bekam die Leitung einen Riss, was eigentlich nicht passieren dürfte.

Dazu kommt, dass die Leitung im Generator von Siemens offenbar nicht so abgestützt wurde, wie es sonst üblich ist. «Wir sind irritiert, auch weil der Hersteller sonst einen guten Ruf hat und gute Qualität liefert», so Herbert Meinecke.

Die Arbeiten laufen nun auf Hochtouren, der Generator wurde repariert. In den nächsten Tagen werden Tests durchgeführt, sodass das AKW Gösgen am Freitag den Betrieb wieder aufnehmen kann.

12 Prozent Produktionsverlust erwartet

Während 21 Tagen musste das AKW beim ersten Ausfall vom Netz genommen werden, etwa 15 Tage lang wurde beim zweiten Vorfall kein Strom generiert.

«Wir rechnen mit einem Ausfall von rund 36 Millionen Franken und einem Produktionsverlust von etwa 12 Prozent. Mit mehr Leistung des AKW können wir einen Teil davon wieder decken, aber aufholen können wir das nicht mehr ganz», erklärt Meinecke gegenüber SRF.

Vom Vertrag mit dem Hersteller zurücktreten könne man nicht. Es werde aber weiterhin überlegt, ob man von Siemens Geld verlangen solle.

In den nächsten Tagen sollen Juristen überprüfen, ob Siemens für die offensichtlichen Herstellungsfehler verantwortlich gemacht werden könne. Man habe aus den schlechten Erfahrungen gelernt und werde künftig von Anfang an deutlich mehr Druck auf die Hersteller ausüben. (mst)

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