Zuchwil

Unheilige Allianz gegen die Linken

Kann der bürgerliche Zusammenschluss aus FdP und SVP die linke Mehrheit im Rat brechen? (Archiv)

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Kann der bürgerliche Zusammenschluss aus FdP und SVP die linke Mehrheit im Rat brechen? (Archiv)

Listenverbindung rechts, dafür links keine und ein Gemeindepräsident ohne Konkurrenz. So präsentiert sich die Ausgangslage für die kommenden Wahlen in Zuchwil. Eine Voraussage, wie die Wahl nach dem aggressiven Wahlkampf der SVP ausgehen könnte, will keine Partei wagen

Christof Ramser und Gaudenz Otterli

Die Listenverbindung zwischen der FdP und der SVP ist zwar kein Novum, aber doch eine Seltenheit im Kanton. Auf kantonaler Ebene war der Schulterschluss noch nie zustande gekommen. Nun wollen FdP und SVP in bei den Gemeinderatswahlen in Zuchwil allfällige Restmandate sichern und die linke Mehrheit im Rat brechen (wir berichteten). Das Unterfangen ist nicht ohne Risiko, das wissen sowohl die Parteipräsidentin der Freisinnigen, Sigrun Kuhn sowie Silvio Auderset, Parteipräsident der SVP. Das Interesse für eine bürgerliche Wende sei bei beiden betroffenen Parteien vorhanden, sagt Kuhn. Sie ist zuversichtlich, das gesteckte Ziel von neun Sitzen im Rat zu erreichen - das wären zwei plus. Mit 13 Kandidaten präsentieren die Freisinnigen nun die zweitgrösse Liste. Man habe sich bei der Kandidatensuche angestrengt, etwas enttäuscht ist die Parteipräsidentin aber doch, dass sie die einzige Frau auf der Liste ist. Unbestritten ist für sie das Gemeindepräsidium.

Keine linke Listenverbindung

Einen höheren weiblichen Anteil auf ihrer Liste kann die SP präsentieren, mit 10 bisherigen Sitzen die grösste Fraktion im Rat. Entsprechend zufrieden mit dem Kandidatenfeld zeigt sich Susanne Grütter, Mitglied der Partei-Geschäftsleitung. Eine Wahlprognose wagt sie nicht, «es wäre aber schön, wenn wir unsere Sitze halten könnten». Lange waren die Verhältnisse in Zuchwil klar verteilt: FdP und SP waren die treibenden Kräfte im Dorf. Ob das weiterhin der Fall sein wird, vermag Grütter nicht zu sagen. Klar ist für sie, dass die SVP zulegen wird. Eine Listenverbindung mit den Grünen sei für dieses Jahr kein Thema.

Auch von Seiten der Grünen ist eine Listenverbindung nicht gefragt. «Wir sind eine eigenständige Partei und wollen uns auch so positionieren», erklärt Fraktionschef Reto Affolter. Zudem sei eine Listenverbindung immer eine politische Aussage. Bisher waren die Grünen im Gemeinderat mit zwei Sitzen vertreten. Diese will die Partei im Minimum halten: «Bei den letzten Wahlen hatten wir fast aufs Loch zwei Mandate. Sollten wir dieses Jahr sogar einen Sitz dazu gewinnen, wäre das ein riesiger Erfolg. Das Ziel ist jedoch, die zwei Sitze zu halten.» Mit den beiden Bisherigen auf der Liste (Ruth Falbriard und Reto Affolter), können sich die Grünen gute Chancen ausrechnen. Denn auf der siebenköpfigen Liste finden sich zudem noch vier weitere Köpfe, die sich schon früher für die Gemeinderatswahlen haben aufstellen lassen.

Ambühl ist (noch) unbestritten

Ebenfalls mit sieben Leuten tritt die CVP an. Sie liegt mit ihren drei Vertretern von der Fraktionsgrösse her genau in der Mitte der fünf Rats-Fraktionen. Diese Position wollen die Christdemokraten stärken. «Unser Ziel ist es, einen Sitz zu gewinnen», sagt Ortsparteipräsidentin Irène Bütikofer. Gute Chancen rechnet sich die Partei aus, da alle drei Bisherigen wieder auf der Liste sind. Stolz ist Bütikofer darauf, dass vier der sieben Kandidaten Frauen sind. «Dafür ist es schade, dass wir nicht mehr Leute für auf die Liste gefunden haben. Diejenigen, die wir jetzt haben, fanden wir schnell. Danach haperte es aber mit der Kandidatensuche.»

Einen schweren Stand hätte ein allfälliger Kandidat wohl, wenn er zur Wahl für das Gemeindepräsidium antritt. Bis anhin hat auf jeden Fall keine Partei den Plan, einen eigenen Kandidaten gegen Amtsinhaber Gilbert Ambühl antreten zu lassen. Einzig die SVP ist sich noch nicht ganz sicher, ob sie soll oder nicht. «Es ist noch nichts entschieden», äusserte sich Silvio Auderset.

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