Bedingungsloses Grundeinkommen

«Und wie viele wollen Sie?» – Befürworter verteilen echte 10er-Nötli an Pendler

Wenn das kein versüsster Wochenstart ist: Die Befürworter der Volksinitiative «Bedingungsloses Grundeinkommen» eröffnen den Abstimmungskampf. Am Montagmorgen verteilten sie echte 10er-Nötli im Zürcher Hauptbahnhof im Gesamtwert von 10'000 Franken.

Montagmorgen, Zürcher Hauptbahnhof: Um eine Frau in schwarz gekleidet bildet sich eine Traube.

Pendler stehen an – es geht um das Bündel, das sie in der Hand hält. Es gibt etwas gratis – und das einfach so, bedinungslos: Befürworter der Initiative «Bedingungsloses Grundeinkommen» haben den Abstimmungskampf lanciert und verteilen munter echte 10er-Nötli. Für die Aktion am Zürcher Hauptbahnhof haben die Befürworter 10'000 Franken investiert.

Bedingungsloses Grundeinkommen: Gratis 10er-Nötli für Pendler

Bedingungsloses Grundeinkommen: Gratis 10er-Nötli für Pendler

Die Befürworter eröffnen den Abstimmungskampf. Am Montagmorgen verteilten sie echte 10er Nötli im Zürcher Hauptbahnhof im Gesamtwert von 10'000 Franken.

Wie Daniel Graf, der für die Kampagne mitverantwortlich ist, mitteilte, sei die Finanzierung über Spenden gedeckt. Auf den verteilten Noten klebt ein Grundeinkommen-Sticker. So würden sie als Flyer in Umlauf kommen und die Vorlage sei damit in aller Munde.

Finnland prescht vor

In Finnland wird ebenfalls das Modell eines Grundeinkommens für alle diskutiert. Die vorgeschlagene Summe beläuft sich auf 800 Euro, im Gegenzug könnten die bisherigen Sozialleistungen wegfallen.

Damit würde einerseits die staatliche Sozialverwaltung radikal verschlankt werden, andererseits könnte der Niedriglohnsektor ausgebaut werden. Letzteres ermöglicht sich durch einen stärkeren Anreiz, schlecht bezahlte Jobs anzunehmen.

Schweizer Parlament stellt sich gegen Initiative

Die Initiative wurde vom Parlament bereits im Herbst 2015 niedergeschmettert; während die bürgerlichen Parteien kein gutes Haar an der Vorlage liessen, lehnten sie selbst eine Mehrheit der SP und ein Teil der Grünen ab, unter anderem weil die Rolle der Sozialversicherungen ungeklärt ist. Diese seien nicht perfekt, aber immerhin hätten sie sich bewährt, meinte Jean-Christophe Schwaab (SP/VD).

Nun liegt es in drei Monaten beim Volk, darüber zu entscheiden, ob ein bedingungsloses Grundeinkommen in der Schweizer Kultur seinen Platz finden kann.

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