Schweiz

Unbekannte CO2-Emissionen bei Lonza verschlechtern die Klimabilanz der Schweiz

Das klimaschädliche Lachgas entstand bei der Produktion des Vitamins Niacin von Lonza.

Das klimaschädliche Lachgas entstand bei der Produktion des Vitamins Niacin von Lonza.

Das Chemieunternehmen Lonza stösst jährlich klimaschädliches Lachgas in der Höhe von 600'000 Tonnen CO2-Äquivalenten aus. Allerdings blieb das bis 2018 unbemerkt. Das wirkt sich nun negativ auf die Klimaziele aus.

(rwa) Die Lachgasemissionen des Walliser Konzerns machen rund ein Prozent des jährlichen Treibhausgasausstosses der Schweiz aus, wie das Bundesamt für Umwelt (BAFU) am Montag in einer Mitteilung vorrechnete. Lonza hat die Emissionen erst im Frühjahr 2018 bei einer Kontrollmessung festgestellt und anschliessend dem Bund gemeldet.

Das Unternehmen hat sich laut Mitteilung verpflichtet, bis spätestens Ende 2021 einen Katalysator einzubauen, der den Ausstoss um mindestens 98 Prozent vermindert. Das klimaschädliche Lachgas entsteht bei der Produktion des Vitamins Niacin. Weil es nicht in der Luftreinhalte-Verordnung geregelt ist, seien die Emissionen von Lonza nicht untersucht worden, schreibt das BAFU.

Die zusätzlichen 600'000 Tonnen CO2-Äquivalent pro Jahr wirken sich negativ auf die Erreichung der Klimaziele aus. Im Rahmen des Kyoto-Protokolls hat sich die Schweiz dazu verpflichtet, ihre Emissionen im Schnitt zwischen 2013 und 2020 um 15,8 Prozent gegenüber dem Stand von 1990 zu senken.

Um dieses Ziel zu erreichen, wird die Stiftung Klimarappen ausländische Zertifikate in der Höhe von fünf Millionen Tonnen CO2 erwerben und dem Bund übertragen. Dafür muss die Stiftung einen Teil ihres Stiftungsvermögens verwenden. Das nationale Verminderungsziel im CO2-Gesetz beträgt im Jahr 2020 20 Prozent gegenüber 1990. Dieses Ziel muss ausschliesslich mit Massnahmen im Inland erreicht werden und verschärft sich deshalb um 600'000 Tonnen CO2.

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