Frankreich

Umstrittenes Gesetz zur Ausweitung der Sonntagsarbeit verabschiedet

Künftig mehr geöffnet: Geschäft in Paris

Künftig mehr geöffnet: Geschäft in Paris

Nach drei gescheiterten Anläufen hat Frankreichs Staatschef Nicolas Sarkozy die umstrittene Ausweitung der Sonntagsarbeit durchs Parlament gebracht. Der Senat stimmte dem Gesetz in der Nacht zum Donnerstag mit einer hauchdünnen Mehrheit von 165 zu 159 Stimmen zu.

Vergangene Woche hatte die Nationalversammlung den Text gebilligt. Geschäfte in Gemeinden "von touristischem Interesse" sowie in Gewerbegebieten in Paris, Marseille und Lille können nun sonntags öffnen.

Alle Gemeinden in Frankreich können nun auch bis zu fünf Mal im Jahr die Geschäftsöffnung an Sonntagen erlauben. Dann müssen Arbeitgeber ihren Beschäftigten aber doppelten Lohn zahlen.

In allen anderen Fällen fordert das Gesetz keine gesonderte Bezahlung. Umstritten bei den Orten "von touristischem Interesse" ist, wieviele Gemeinden betroffen sind. Nach Angaben der Regierung sind es rund 500; die linke Opposition geht dagegen von 6000 Orten aus, an denen die Sonntagsarbeit künftig erlaubt ist.

Die Opposition lehnte das Projekt ab, weil sie fürchtet, dass damit der Sonntagsarbeit generell Tür und Tor geöffnet wird. Sarkozy hatte das Gesetz schon kurz nach seiner Wahl vor gut zwei Jahren auf den Weg gebracht.

Das Vorhaben war mehrfach im Parlament gescheitert, weil es in der stark katholisch geprägten Klientel der Regierungspartei UMP Widerstand gab. Sarkozy warb zuletzt sogar mit der First Lady der USA, Michelle Obama, für sein Vorhaben.

Diese habe nur durch sein Eingreifen bei einem Besuch im Juni einen Einkaufsbummel in der französischen Hauptstadt machen können, sagte der Präsident Anfang Juli.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1