„Wir sind mit der Schweiz darüber im Gespräch. Ich werde alles tun, um kreative Lösungen zu finden, vielleicht eine Brücke zu bauen, aber es wird sehr schwierig“, so der Innenminister, der eigentlich der Schweiz nahe steht.

Die deutsche Regierung habe „ein Interesse daran, dass die Schweiz so nah wie möglich an der EU bleibt“. Aber sie habe auch ein Interesse „an der vollen Durchsetzung der Freizügigkeit. Diese ist ein Kernelement der EU“. Die Schweiz habe sich in einer wichtigen Frage anders entschieden.

In der Asylpolitik plädiert de Maizière dafür, dass Deutschland und die Schweiz weniger Flüchtlinge aufnehmen müssen als bisher – er will eine gerechtere Verteilung in Europa. Zur „Schweiz am Sonntag“ sagt er: „Wir halten an Dublin III fest. Das ist geltendes Recht. Aber wir müssen darauf bestehen, dass alle Staaten, auch Italien, sich daran halten: Aufnahme eines Asylverfahrens, Registrierung, Abnehmen von Fingerabdrücken. Da reden wir energisch mit Italien, und es ist auch besser geworden."

Die Last zwischen den Ländern sei weiterhin sehr unterschiedlich. „Darum haben wir beschlossen, dass wir auf freiwilliger Basis und befristet zu einem Verteilverfahren kommen, das die Lasten einzelner Länder berücksichtigt. Das ist nicht so leicht durchzusetzen bei Ländern, die heute kaum oder keine Flüchtlinge haben.“