Umfahrung

Umfahrung Ottenbach: Von der Nulllösung bis zur Tieferlegung

An dieser Stelle – auf der Westseite der Fabrikliegenschaft Haas – soll künftig die Umfahrung vorbei führen.

Umfahrung Ottenbach

An dieser Stelle – auf der Westseite der Fabrikliegenschaft Haas – soll künftig die Umfahrung vorbei führen.

Die einen lehnen eine Umfahrung Ottenbach kategorisch ab, andere machen Verbesserungsvorschläge, zum Beispiel eine Tieferlegung zwischen den Knoten Rickenbacherstrasse und Affolternstrasse. Im Rahmen des öffentlichen Mitwirkungsverfahrens gingen 17 Begehren ein.

Von Werner Schneiter

Nachdem er eine Informationsveranstaltung zur Umfahrung Ottenbach zweimal absagte, liess der Kanton im Rahmen einer Informationsveranstaltung der Gemeinde von Anfang Mai 2009 die Katze zur Überraschung aller aus dem Sack: Der Regierungsrat befürwortet die Variante einer westlichen Umfahrung der Fabrikliegenschaft Haas.

Er erfüllte damit den Wunsch des Gemeinderates und eines Grossteils der Bevölkerung - obgleich von Fachämtern auch Bedenken formuliert wurden, unter anderem von der kantonalen Denkmalpflege, die den kulturhistorischen Schutz der Fabrikliegenschaft in Gefahr sieht.

Zahlreiche Begehren

Am Dienstag dieser Woche lief im Rahmen der öffentlichen Auflage die Frist ab. Innerhalb eines Monats gingen bei der Gemeindekanzlei in Ottenbach 17 Begehren zu den unterschiedlichsten Themen ein. Eine von 143 Einwohnern unterzeichnete Einwendung fordert eine Tieferlegung der Umfahrung zwischen den Knoten Rickenbacherstrasse und Affolternstrasse. Zentrales Anliegen ist hier der Lärmschutz. Zu diesem Thema gingen auch weitere Begehren ein.

In einer anderen Einwendung wird Tempo 30 auf der Affolternstrasse und auf der Rickenbacherstrasse gefordert. Im Raum Rickenbach wünschen sich Anwohner eine Verlegung des Radwegs. Andere verlangen insgesamt eine bessere Koordination der Radwegprojekte.

Im Weiteren werden Projektänderungen im Raum der Fabrikliegenschaft Haas/Einlenker Muristrasse zur Umfahrung angeregt, dazu eine Verlegung des Knotens Affolternstrasse oder die östliche Linienführung im Bereich der Fabrikliegenschaft Haas. Zu guter Letzt wird der Wunsch angebracht, eine Wiese im Bereich der Umfahrung weiterhin frei zu halten, damit dort bei Anlässen ein Festzelt aufgebaut werden kann. In sechs Eingaben ist ein Nein zur Umfahrung enthalten. Die SP Amt verlangt eine Gesamtschau. «Diese Gesamtschau zeigt, dass die Sperrung von Ottenbach für den Transitverkehr und eine gute Tunnellösung in Obfelden unsere Dörfer und die Region am besten zu schützen vermögen», schreibt die Partei. Der Verein «erholen statt überholen» lehnt dieses Strassenprojekt ab, weil es nach seiner Auffassung gravierende Mängel aufweist.

Bauausführung ab 2016?

Der Gemeinderat Ottenbach formuliert nächste Woche eine eigene Stellungnahme. Er wird nach den Worten von Gemeindeschreiber Hansruedi Böhler nicht detailliert auf die einzelnen Begehren eingehen. Das gesamte Paket des öffentlichen Mitwirkungsverfahrens geht nun an den Kanton. Er kann die Begehren berücksichtigen, muss aber nicht.

In Obfelden steht der Variantenentscheid noch aus - die Frage also, ob die Umfahrung Bickwil gebaut oder die Muristrasse tiefer gelegt wird. Durch den unfallbedingten Ausfall von Volkswirtschaftsdirektorin Rita Fuhrer dürfte sich die Angelegenheit weiter verzögern. «Ich bin gespannt, ob der Regierungsrat den Mut hat, gegebenenfalls auch gegen die Fachämter zu entscheiden», sagt Gemeindepräsident Peter Sandhofer. Die Umfahrungsprojekte in Ottenbach und Obfelden werden schliesslich zu einem Gesamtprojekt geschnürt, über das der Regierungsrat entscheiden wird. Dann geht die Vorlage samt Kreditantrag an den Kantonsrat. Sie untersteht dem fakultativen Referendum. Wird es ergriffen, so kommt es zur Volksabstimmung. Erst dann sind Detailprojektierung und öffentliche Auflage mit dem Recht zur Einsprache möglich. Letztlich kann auch das Bundesgericht angerufen werden. In diesem Fall ist eine Bauausführung nicht vor dem Jahr 2016 möglich.

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