Gemeinschaftszentrum

Umbau des Gemeinschaftszentrums Telli kommt vors Volk

Umbau in Sicht: Grünes Licht für die Sanierung des Gemeinschaftszentrums in der Aarauer Telli. (sim)

GZ Telli

Umbau in Sicht: Grünes Licht für die Sanierung des Gemeinschaftszentrums in der Aarauer Telli. (sim)

4,85 Millionen Franken will sich der Aarauer Einwohnerrat den Umbau des Gemeinschaftszentrums Telli kosten lassen. Das letzte Wort hat am 13. Juni an der Urne das Stimmvolk.

Hermann Rauber

Als «schäbig» und «verstaubt» bezeichneten Votanten das Gemeinschaftszentrum Telli, das seit 1975 existiert und «in die Jahre gekommen ist». Im Stadtparlament blieben deshalb bauliche Massnahmen unbestritten, auch wenn an der Summe der Investition leise Zweifel aufkamen. So kritisierte Ueli Hertig (Pro Aarau) die Tatsache, dass man ursprünglich noch von einer Kostenschätzung von 3,4 Millionen Franken ausging, später von «maximal» 4,5 Mio. die Rede war und heute ein Kreditbegehren von 4,85 Millionen auf dem Tisch liege. Rechne man noch die Projektierungskosten hinzu, so komme man für die Realisierung auf stolze 5,15 Millionen.

Nein zu einem Kürzungsantrag

Architekt Hertig empfahl dem Stadtbauamt künftig ein «professionelleres Vorgehen» und erinnerte an frühere Sündenfälle, etwa beim Umbau des Aarauer Rathauses. Tobias Maurer (FDP) lobte das erfolgreiche Wirken im Gemeinschaftszentrum Telli - namentlich jenes von GZ-Leiter Hans Bischofberger - und bezeichnete die statischen Ergänzungen oder die Gewährung eines behindertengerechten Zugangs als unabdingbar. Vorbehalte machte er im Namen der Fraktion gegenüber einem Betrag von 280 000 Franken für die Sanierung der Disco und der Kegelbahn. Hier könnte man «andere Wege» finden, etwa mit Projektarbeiten in Eigenregie und im Frondienst. Mit 30 Nein gegen 10 Ja lehnte der Rat aber eine Kürzung des Verpflichtungskredites um 280 000 Franken deutlich ab.

Ursus Waldmeier (EVP/EW) betonte, dass es sich beim Projekt nicht um eine Erweiterung der Anlage, sondern lediglich um eine «zweckdienliche Renovation» handle. Was auch nicht zu einer Erhöhung der Betriebskosten führen werde. Marietta Patry (Grüne) lobte den «frischen und modernen Look» ohne übertriebenen Luxus. Gabriela Suter (SP) machte den einzigen Abstrich beim energiepolitischen Aspekt und bedauerte, dass man im Zuge des Umbaus nicht gleichzeitig auch die Wärmedämmung des Flachdaches vornehmen könne. So genügt das «neue» Gemeinschaftszentrum Telli laut Hans Fügli (SP), dem Präsidenten der Sachkommission, zwar dem Minergie-Standard, allerdings ohne Zertifizierung.

Eine einzige Gegensstimme

Als «Tellianer» gab auch Heinz Suter (SVP) der Vorlage den Segen. Er fragte sich nur, ob man die gleiche Anpassung der Infrastruktur nicht auch billiger hätte haben könne. Stadtrat Michael Ganz verwies auf die lange Planungsphase und auf den Umstand, dass «mit der Zeit halt auch die Kosten wachsen». So habe man nachträglich auch die Absicht in das Projekt aufgenommen, die Westfront des Restaurants Malibu «besser sichtbar zu machen». Der Rat liess sich am Ende vom Stadtrat überzeugen und stimmte dem Kredit über 4,85 Millionen Franken mit 41 Ja gegen 1 Nein und bei einer Enthaltung überdeutlich zu. Die Vorlage untersteht dem obligatorischen Referendum und geht am 13. Juni noch in die Volksabstimmung.

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