Jo Lang
Um Marc Rich zu schnappen: Ex-Nationalrat Jo Lang und die 700'000 Dollar des FBI

Jo Lang, der ehemalige Zuger Nationalrat und amtierende Vizepräsident der Grünen Schweiz ist kein Freund des gestern verstorbenen Marc Rich. Das FBI hat Lang in den 90er-Jahren sogar 700'000 Dollar geboten, um Rich zur Strecke zu bringen.

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Jo Lang glaubt, dass Marc Rich für die CIA gearbeitet hat.

Jo Lang glaubt, dass Marc Rich für die CIA gearbeitet hat.

KEYSTONE

Jo Lang und der gestern verstorbene Marc Rich sind in der Vergangenheit mehrmals aneinander geraten. Als Lang 1982 in den Gemeinderat von Zug gewählt wurde, hat er Rich in seiner Antrittsrede massiv angegriffen. Rich war damals mit seiner Firma in Zug tätig.

Die Differenzen zwischen den beiden führten sogar dazu, dass Lang Anfang der 90er-Jahren vom FBI um Mithilfe gebeten wurde, damit sie Rich zur Strecke bringen. Dies erzählte der amtierende Vizepräsident der Grünen in einem Interview dem «Tages-Anzeiger».

«Sie boten mir 700000 Dollar, wenn ich ihnen helfen würde, Marc Rich zu fangen», so der 59-Jährige.

Lang hat das Angebot jedoch abgelehnt. Er sei Politiker und nicht Polizeibeamter, gab er zu Protokoll.

Interessant war auch Jo Langs Antwort auf die Frage, warum es dem FBI eigentlich nie gelungen ist, Rich zu schnappen.

«Ich bin überzeugt, dass Rich mit der CIA zusammenarbeitete und damit vor dem Zugriff des FBI geschützt war», sagt Lang gegenüber dem «Tages-Anzeiger».

Seine Vermutung sieht er durch den Gesichtsausdruck des FBI-Beamten bestätigt, der ihn damals in New York befragt hatte. Die Mimik «zeigte eindeutig, dass sie auch davon ausgingen», so Lang.

Der ehemalige Zuger Nationalrat findet aber auch noch positive Worte für den verstorbenen Rohstoffhändler.

«Marc Rich hatte den gleichen Kunstgeschmack wie ich: Er liebte die klassische Moderne.» (nch)