Dass Schweizer Waffen in Kiew zum Einsatz kommen, sollen Filmaufnahmen beweisen, schreibt die «Sonntagseitung», die im Besitz des Filmmaterials ist. Die Waffen sind lizenzierte Nachbauten eines Schweizer Präzisionsgewehrs. Hersteller ist der Waffenproduzent B&T AG in Thun BE.

Das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) bewilligte den «Know-how-Transfer für die Herstellung von Kleinwaffen an eine ukrainische Firma» im Jahr 2009, wie eine Seco-Sprecherin bestätigt. Die «Kleinwaffe» trifft auf Distanzen von bis zu 1500 Metern punktgenau. Darüber hinaus gingen auch Einzelteile für die Herstellung der Präzisionswaffe von Thun in die Ukraine. Genug, um damit 30 bis 50 Scharfschützengewehre zu fertigen

Die Thuner Firma lieferte auch Einzelteile für die Herstellung der Präzisionswaffe in die Ukraine. Das gelieferte Material reicht zur Fertigung von 30 bis 50 Scharfschützengewehren. Die Lizenz für die Scharfschützengewehre bestellte das Unternehmen Tactical Systems in Kiew. Die Firma produzierte die Waffen und verkaufte sie weiter an Spezialkräfte des ukrainischen Innenministeriums. Laut Seco war der Lizenzverkauf 2009 gesetzeskonform.

Die Bilder der Schweizer Scharfschützengewehre auf dem Maidan könnten nun auch Einfluss auf die Schweizer Politik haben. Am Donnerstag stimmt der Nationalrat über eine Lockerung der Kriegsmaterialverordnung ab. Bis vor kurzem galt ein Ja als blosse Formsache. Nun könnte die Stimmung kippen. Entscheidend werden die Stimmen der CVP/EVP-Fraktion. Eine Umfrage zeigt: Die Fraktion ist tief gespalten. Zusammen mit der Ratslinken sprechen sich derzeit 90 Nationalräte gegen eine Erleichterung der Waffenexporte aus.