Armee

Ueli Maurer will Artillerie abschaffen

Ueli Maurer findet seine Aufgabe als Armee-Chef faszinierend (Archiv)

Ueli Maurer findet seine Aufgabe als Armee-Chef faszinierend (Archiv)

Der sich ändernden Bedrohungssituation muss sich auch die Armee anpassen. «Von alten Traditionen Abschied zu nehmen und eine Armee in diesem Sinn zu modernisieren, kann durchaus faszinierend sein», erklärte Bundesrat Ueli Maurer in einem Interview.

Vergangene Woche hiess der Bundesrat den Verteidigungsminister, seine Armee zu redimensionieren. Bei einem - gleichbleibenden - Budget von 4,4 Milliarden Franken soll gemäss Armeebericht der Bestand an Soldaten auf 80'000 reduziert werden.

Im Interview mit dem "Bund" und dem "Tages-Anzeiger" vom Donnerstag skizzierte Bundesrat Maurer mögliche Ansätze. Beispielsweise müsse angesichts der Finanzlage die Artillerie, das schwere Geschütz, überdacht werden.

"Man muss sich wirklich fragen, wohin die Artillerie in diesem Land noch schiessen kann, ohne die eigenen Leute zu treffen." Die Leopard-Panzer hingegen will Maurer noch nicht abgeschafft wissen, sie funktionierten noch "sehr gut". Erst nach ihrer Betriebszeit werde sich die Frage nach ihrem Ersatz stellen.

Sparen will Maurer auch in der Verwaltung, wo im Bereich Verteidigung rund 9600 Angestellte arbeiten. "Es wird wohl in den nächsten 10 Jahren um mehr als 1000 Stellen gehen", droht Maurer.

Einen Departementswechsel zieht Maurer trotz schwierigem Sparauftrag bei der Armee nicht in Betracht - ausser es lägen "massive Zwänge" vor - "und die SVP ist kein solcher massiver Zwang".

Gleichzeitig versucht er die Diskussion um die Grösse der Armee zu entschärfen: "Man sollte sich nicht zu sehr auf die Zahlen fixieren, das sind Eckwerte." Eine kleinere, gut ausgerüstete Armee sorge für ebensoviel Sicherheit wie eine grössere, die schlecht motiviert und nicht ausreichend ausgerüstet sei.

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