Jubiläum
Ueli Maurer: «Unser Zivilschutz ist weltweit einmalig»

"Unser Zivilschutz ist weltweit einmalig. Ausländische Besucher sind jeweils sehr interessiert und beneiden uns um diese Organisation", sagte ein sichtlich stolzer Bundespräsident Ueli Maurer anlässlich der 50-Jahr-Feier des Zivilschutz Schweiz.

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Bundesrat Ueli Maurer lässt sich in Bern mit Zivilschützer fotografieren

Bundesrat Ueli Maurer lässt sich in Bern mit Zivilschützer fotografieren

Keystone

Gerade beim Eidgenössischen Turnfest in Biel von dieser Woche habe man gesehen, wie wichtig ein gut funktionierender Zivilschutz sei, sagte der Verteidigungsminister auf dem Bundesplatz in Bern. "Der Zivilschutz kann bei einem solchen Anlass die Spitze brechen und gleichzeitig ist der Einsatz eine gute Übung", sagte Maurer. Nach einem verheerenden Unwetter mit mehreren Verletzten stand der Zivilschutz in Biel im Grosseinsatz.

Die grössten Herausforderungen für die Zukunft sieht Maurer in der Verfügbarkeit. "Es wird immer wichtiger, dass sehr schnell auf Gefahren reagiert werden kann." Auch die Ausbildung und die Führung werde immer anforderungsreicher, zudem seien die Finanzen eine stetige Herausforderung.

"Helden des 21. Jahrhunderts"

Jacqueline de Quattro, Vizepräsidentin der Regierungskonferenz Militär, Zivilschutz, Feuerwehr und Sicherheitsdirektorin des Kantons Waadt, lobte die "Helden des 21. Jahrhunderts, die sich in einer immer Ich-bezogeneren Welt für das Gemeinwohl einsetzen." Die Kantone seien bei Grossanlässen und grossen Katastrophen auf die Hilfe des Zivilschutzes angewiesen.

Sie warnte vor der Aufhebung der Wehrpflicht, welche im September zur Abstimmung kommt. "Dadurch würde das Milizsystem in Frage gestellt und somit wäre auch der Zivilschutz gefährdet." Auch Maurer betonte in seiner Rede auf dem Bundesplatz: "Ich bin überzeugt, dass wir das Milizprinzip grundsätzlich aufrechterhalten und gegen Angriffe verteidigen müssen."

Im Zeichen des Kalten Krieges gegründet

Der Schweizer Zivilschutz wurde Anfang 1963 gegründet. In der Aufbauphase stand die Organisation ganz im Zeichen des Kalten Krieges. Flächendeckend wurden für den Fall eines Nuklearangriffs unterirdische Schutzräume für die Bevölkerung geschaffen.

In den 90er-Jahren wurde der Zivilschutz tiefgreifend reformiert und auf neue Bedrohungen ausgerichtet. Im Zentrum steht seither der Schutz der Bevölkerung vor natur- und zivilisationsbedingten Katastrophen und anderen Notlagen.

Das 50-Jahr-Jubiläum wurde am Freitag auf dem Bundesplatz in Bern gefeiert - mit Ansprachen von Maurer, de Quattro und Willi Scholl, dem Direktor des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz. Rund 800 angemeldete Gäste und mehrere Tausend weitere Zuschauer wurden erwartet.