Formel E

Ueli Giezendanner will aus der Schweiz ein zweites Monte Carlo machen

Ulrich Giezendanner wünscht sich die Formel E in der Schweiz.

Ulrich Giezendanner wünscht sich die Formel E in der Schweiz.

Schon zweimal ist der SVP-Nationalrat mit Vorstössen für eine Formel-1-Strecke in der Schweiz gescheitert. Nun lanciert Giezendanner die Idee, die Formel E in die Schweiz zu holen. Sicherheitsbedenken hat der 60-jährige Fuhrhalter aus Rothrist keine.

Vor einer Woche fand in Peking der erste ePrix statt – nun möchte SVP-Nationalrat und Fuhrhalter Ueli Giezendanner die Rennserie für Elektroautos auch in die Schweiz holen. In einem Vorstoss verlangt Giezendanner, dass in einer grossen Stadt eine Rundstrecke für Formel-E-Rennwagen eingerichtet wird, wie der «Sonntagsblick» schreibt.

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Giezendanner ist überzeugt, dass Elektroautos künftig an Bedeutung gewinnen werden. Formel-E-Rennen in der Schweiz könnten zudem einheimischen Produzenten von Elektromotoren eine attraktive Plattform bieten, sich zu präsentieren. Der SVP-Nationalrat, selber ein grosser Fan von Autorennen, rechnet auch mit vielen Besuchern an einem Formel-E-Rennen in der Schweiz.

Giezendanner ist überzeugt, dass mindestens 80 Parlamentarier seine Idee unterstützen werden. «Ich bin sicher, dass mein Vorstoss breit abgestützt sein wird, wenn ich ihn im Dezember einreiche», sagt der SVP-Nationalrat auf Anfrage der az.

Schon zweimal ist Giezendanner mit Vorstössen gescheitert, das Verbot für Rundstreckenrennen in der Schweiz aufzuheben. Sein Anliegen, hierzulande Formel-1-Rennen durchzuführen, lehnte der Ständerat 2009 mit Blick auf Sicherheitsbedenken definitiv ab.

Bei den Elektroauto-Rennen, die er nun vorschlägt, sieht Giezendanner keine Gefahren. «Autorennen sind heute sicherer als der öffentliche Verkehr», behauptet der Nationalrat. Die Sicherheitsvorkehrungen seien derart hoch, dass sich kaum noch jemand verletze. In der Schweiz sind Autorennen auf Rundstrecken seit 1954 verboten, als bei einem Unfall im französichen Le Mans 80 Menschen starben.

Giezendanner könnte sich dennoch ein Rennen in einer Stadt vorstellen, ähnlich dem heutigen Grossen Preis von Monte Carlo in der Formel 1. «Es muss nicht zwingend eine neue Rundstrecke gebaut werden, auch die temporäre Anpassung von Strassen für einen Stadtkurs wäre möglich», führt er aus. Wo das Elektroauto-Rennen stattfinden könnte, ist für Giezendanner völlig offen, er ist aber sicher, dass ein solcher Event für den Standort sehr attraktiv wäre. «Und es wäre ein Gewinn für die Schweizer Wirtschaft, schon heute stellen Firmen wie Rieter oder ABB wichtige Komponenten dieser Rennautos her, das würde dieser Branche mehr Publizität und einen zusätzlichen Schub geben», prognostiziert Giezendanner.

Wie viel Unterstützung Giezendanner für seinen Vorstoss in Bundesbern finden wird, ist derzeit offen. Die zuständige Verkehrsministerin Doris Leuthard ist auf jeden Fall skeptisch, wie sie vor knapp zwei Wochen in der Fragestunde des Bundesrats sagte. Auf die Frage von Nationalrat Fathi Derder (FDP, Waadt), was der Bundesrat von Formel-E-Rennen in der Schweiz halte, antwortete Leuthard, auch bei dieser Rennserie gebe es Sicherheitsrisiken.

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