Riehen
Ueberwassers Kandidatur erstaunt die EVP

Am 7. Februar 2010 wählt Riehen Parlament und Gemeinderat neu. SVP, Grüne, CVP und Grünliberale drängen in die Regierung. EVP, SP, LDP und FDP wollen die «Zauberformel» wahren.

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Parlamentarier bei der Richter-Wahl (Archiv)

Parlamentarier bei der Richter-Wahl (Archiv)

Keystone

David Weber

Mit dem Zweierticket der SVP, Heinrich Ueberwasser und Ernst Stalder, ist das 13-köpfige Kandidatenkarussell für die Riehener Exekutive komplett. Am 7. Februar 2010 kommt es zur Gesamterneuerungswahl von Exekutive und Einwohnerrat. Dass Ueberwasser in den Riehener Gemeinderat will, erstaunt Annemarie Pfeifer, Co-Präsidentin der EVP Riehen-Bettingen. Der Grund: Letzten Juni war Ueberwasser noch Kantonalpräsident der EVP und hat der Partei schriftlich mitgeteilt, dass er nicht bei der Gemeinderatswahl antreten wolle.

Weshalb der Sinneswandel? Laut Ueberwasser hat er seiner alten Partei mitgeteilt, er stehe der EVP für die Gemeinderatswahlen nicht zur Verfügung. Der SVP nun offensichtlich schon. Eine mögliche Kandidatur für die Riehener Exekutive sei aber kein Motiv für den Parteiwechsel gewesen, betont Ueberwasser. Im August trat der damalige EVP-Präsident zur SVP über, aus sachpolitischen Gründen, wie Ueberwasser betonte.

Das sind die 13 Kandidaten

Gemeindepräsident Willi Fischer tritt für die EVP erneut an. Er ist der einzige Kandidat fürs Präsidium. Gross- und Einwohnerrätin Annemarie Pfeifer (neu) versucht den zweiten EVP-Sitz zu verteidigen. Die SP hat Irène Fischer-Burri (bisher) und Einwohnerrat Roland Loetscher (neu) nominiert. Die LDP tritt mit den Bisherigen Christoph Bürgenmeier und Maria Iselin an. Die FDP schickt für den zurücktretenden Marcel Schweizer die beiden Einwohnerräte Thomas Meyer und Andreas Zappalà ins Rennen. Die Grünen wollen mit Präsidentin Marianne Hazenkamp neu in den Gemeinderat, die Grünliberalen mit Präsident Thomas Zangger. Die SVP strebt mit Einwohner- und Grossrat Heinrich Ueberwasser und Ernst Stalder in die Exekutive. (Daw)

Den abrupten Wechsel hat die EVP mittlerweile verdaut. «Von der Parteibasis haben wir viele positive Reaktionen zum Wechsel an der Parteispitze erhalten», betont Gemeinderatskandidatin Pfeifer. Leonhard Müller hat Ueberwassers Nachfolge angetreten. Die EVP-Grossrätin und Einwohnerrätin ist zuversichtlich, dass die EVP ihre zwei Sitze in der Riehener Exekutive verteidigen kann. Ob es auch Grossratskollege Ueberwasser in den Gemeinderat schafft? Er schätzt seine Wahlchancen als «fifty-fifty» ein. Er freue sich auf einen themenorientierten Wahlkampf.

Die Ausgangslage für diesen Wahlkampf verspricht so viel Spannung wie schon lange nicht mehr. Gleich drei der sieben amtierenden Gemeinderäte treten am 7. Februar nicht mehr an, nämlich Michael Martig (SP), Matthias Schmutz (EVP) und Marcel Schweizer (FDP). Ob die vier Regierungsparteien die seit 1994 geltende Riehener «Zauberformel» (je zwei Personen aus EVP, LDP, SP und eine aus FDP) verteidigen können, ist offen. Mit der SVP, den Grünen, der CVP und den Grünliberalen drängen neue Kräfte in die Exekutive.

Alleine tritt wohl nur die SVP an

Für Verstimmung im bürgerlichen Lager sorgten im Vorfeld die Listenverbindungen. Denn die CVP spannt für die Gemeinderatswahlen überraschenderweise nicht mit LDP und FDP zusammen, sondern holte sich die junge Partei der Grünliberalen ins Boot. LDP und FDP treten gemeinsam mit einem Viererticket an. Die EVP ihrerseits wird mit grosser Wahrscheinlichkeit eine Listenverbindung mit der SP und den Grünen eingehen, wie dies bereits vor vier Jahren geschehen ist. Annemarie Pfeifer bestätigt die Listenverbindung noch nicht offiziell. Man werde am Montag informieren. Dann, am 14. Dezember, läuft die Anmeldefrist für die Listenverbindungen ab. Die SVP hingegen, so viel ist sicher, tritt alleine zu den Gemeinderatswahlen an.