Australien

Überschwemmungen: Schweizer Touristen sind verunsichert

Der Nordosten von Australien steht unter Wasser. Auch einige Schweizer Touristen sitzen im Überschwemmungsgebiet fest. Reisebüros erhalten vermehrt Anfragen von besorgten Kunden. Annullationen gab es bisher aber noch keine.

Wer sich beim Schweizer Aussendepartement EDA über das Reiseziel Australien erkundet, findet seit heute eine Warnung auf der Internetseite: «Queensland wird von schweren Überschwemmungen heimgesucht, die massive Schäden anrichten. Weite Gebiete sind überflutet, einschliesslich die Hauptstrasse Brisbane-Cairns. Informieren Sie sich vor Reisen in die betroffene Regtion bei ihrem Reisebüro über die Durchführbarkeit der Reise.»

Heute berichten zudem die Nachrichtenagenturen davon, dass sich die Überschwemmungen von 22 Orten (auf einer Fläche von der Grösse Deutschlands und Frankreichs) auf 40 Orte ausgeweitet haben.

Reiseprogramme anpassen

Diese Meldungen verunsichern Schweizer Touristen: «Vor allem Kunden, die in den nächsten Tagen nach Australien reisen, erkunden sich bei uns», sagt Peter Brun von Kuoni auf Anfrage. Die meisten habe man jedoch beruhigen können, da sie das Überschwemmungsgebiet gar nicht bereisen. «Für die anderen, wurden und werden die Reiseprogramme entsprechend angepasst», so der Reisebüro-Sprecher.

Christoph Bärlocher vom Australien-Spezialist Knecht Reisen erklärt, dass momentan das Hauptproblem für die Touristen der unterbrochene Transportweg von Süden nach Norden ist. «Von Sydney bis Cairns gibt es eigentlich nur eine Strasse und diese führt durch die überflutete Küstenstadt Rockhampton.»

Das Reisebüro rate nun den Kunden statt dem Auto ein Flug zu buchen, denn touristisch sei diese Strecke sowieso «kein Highlight». Auch bei Knecht Reisen erkundigen sich besorgte Touristen, aber Anullationen habe es bisher keine gegeben.

Schweizer Touristen vor Ort wohlauf

Doch wie steht es um die Schweizer Touristen, die momentan im Überschwemmungsgebiet sind? «Wir haben eine Handvoll Betroffene, die aufgrund geschlossener Flugplätze und Strassen blockiert sind», sagt Brun von Kuoni. Sie seien aber alle wohlauf und man stehe im Kontakt.

Besorgt zeigt sich der Tourismus-Direktor von Queensland, Daniel Gschwind, gegenüber Schweizer Radio DRS. Das Ausmass der Fluten werde im Ausland falsch eingeschätzt: «Ausserhalb Australiens habe man den Eindruck, dass ganz Queensland unter Wasser steht», sagt der Auslandschweizer. Jedoch seien die für den internationalen Tourismus wichtigen Orte wie Brisbane, die Gold- und die Sunshine-Küste, Cairns, der Norden von Queensland oder das Great Barrier Reef nicht vom Hochwasser betroffen.

Der Tourismus-Direktor des von Gästen am meisten besuchten Staates befürchtet nun, dass die Tourismus-Branche die Auswirkungen der Fluten lange spüren wird. (jep)

Meistgesehen

Artboard 1