Der aus Baden-Württemberg stammende 67-jährige Christdemokrat würde Nachfolger des Sozialdemokraten Peer Steinbrück, dessen Partei SPD bei der Bundestagswahl schwere Verluste erlitten hatte und in der neuen Regierung nicht mehr vertreten ist.

Der überaus erfahrene Schäuble, der Wirtschaftsjurist ist, hatte sich in der Vergangenheit auch in der Finanzpolitik einen Namen gemacht. 1990 hatte er den deutsch-deutschen Einigungsvertrag ausgehandelt.

Die CDU erhält - eingeschlossen Bundeskanzlerin Merkel - acht Posten, wie kurz vor dem Ende der dreiwöchigen Koalitionsverhandlungen bekanntwurde. Die FDP soll fünf Ressorts erhalten, wobei Parteichef Guido Westerwelle neuer Aussenminister und Vize-Kanzler wird. Die CSU kommt auf drei Posten.

Die grösste Überraschung ist der Wechsel von Innenminister Schäuble (CDU) in das Finanzressort. Unerwartet ist auch, dass der niedersächsische Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) neuer Gesundheitsminister wird.

Ebenso eine kleine Sensation ist der Wechsel von Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) in das Arbeitsressort. Sein Nachfolger wird der politische Shootingstar der letzten Monate, Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU).