Der bisherige Badener Stadtammann Geri Müller hat die Wiederwahl nicht geschafft. Er flog bereits im ersten Wahlgang aus dem Rennen. Bei einer Wahlbeteiligung von 53,8 Prozent übersprang Müller bei der Stadtratswahl zwar das absolute Mehr von 2519 Stimmen um 162 Stimmen. Doch Müller schied als überzählig aus. Acht weitere Kandidierende für die sieben Stadtratssitze lagen vor ihm über dem absoluten Mehr. Nur eine FDP-Kandidatin schnitt noch schlechter ab.

«Ich hatte keinen Plan B»: Der Badener Stadtammann Geri Müller nach seiner Abwahl

«Ich hatte keinen Plan B»: Der Badener Stadtammann Geri Müller nach seiner Abwahl

Stadtammann Geri Müller hat die Wiederwahl in den Stadtrat nicht geschafft und kann somit auch nicht als Stadtammann wiedergewählt werden.

Im Kanton Aargau kann nur Stadt- oder Gemeindeammann werden, wenn er auch als gewöhnliches Mitglied der Exekutive gewählt wurde. Bei der hinfälligen Wahl zum Stadtammann verpasste Müller das absolute Mehr von 2919 Stimmen deutlich um 1269 Stimmen. Müller war seit 2013 Stadtammann von Baden; seit 2006 gehörte der frühere Nationalrat dem Stadtrat an.

Das beste Resultat im ersten Wahlgang für das Stadtoberhaupt erzielte Vizeammann Markus Schneider (CVP, 2239 Stimmen), gefolgt von Erich Obrist (parteilos/1229 Stimmen). Die Stichwahl findet am 26. November statt.

Ausser Müller wurden alle bisherigen Mitglieder der Stadtregierung bestätigt. Das sind Markus Schneider (CVP), Ruth Müri (team baden), Regula Dell'Anno-Doppler (SP), Matthias Gotter (CVP) und Erich Obrist (parteilos). Neu in die Exekutive gewählt wurden Philippe André Ramseier (FDP) und die Quereinsteigerin Sandra Kohler (parteilos).

Stadtammann-Kandidat Markus Schneider: «Ein guter Tag für mich – ich bereit, weiterzumachen»

Stadtammann-Kandidat Markus Schneider: «Ein guter Tag für mich – ich bereit, weiterzumachen»

"Nackt-Selfie"-Affäre war zuviel

Stadtammann Müller war im Sommer 2014 ins nationale Rampenlicht gerückt worden. Die damalige Zeitung "Schweiz am Sonntag" berichtete, dass Müller aus seinem Stadthausbüro einer Chat-Bekannten Nacktbilder von sich geschickt hatte. Danach soll er sie zum Löschen der Mitteilungen aufgefordert haben.

Als Folge der "Nackt-Selfie"-Affäre entband die Stadtexekutive Müller vorübergehend von seinen Führungs- und Repräsentativaufgaben. Die Oberstaatsanwaltschaft Aargau verzichtete darauf, ein Verfahren wegen Amtsmissbrauchs gegen Müller einzuleiten. Bei den Nationalratswahlen im Herbst 2015 trat Müller nicht mehr an.

Die ehemalige Chat-Partnerin wurde im vergangenen Jahr von der Staatsanwaltschaft Jura-Seeland in Biel BE per Strafbefehl zu einer bedingten Geldstrafe verurteilt. Die im Kanton Bern wohnhafte Frau wurde schuldig gefunden der Beschimpfung, üblen Nachrede, versuchten Nötigung, Urkundenfälschung und des unbefugten Aufnehmens von Gesprächen.