Überrascht vom Vorprellen der SP Aarau

Vertreterinnen und Vertreter der Sozialdemokraten in der Region äussern sich kritisch zu Fusionsverhandlungen.

Die Motion der Aarauer SP mit der Aufforderung, aktiv auf die Nachbargemeinden zuzugehen und «mit ihnen in Fusionsverhandlungen zu treten», stösst bei Genossinnen und Genossen in der Region nicht auf eitel Freude und Zustimmung. Der Gränicher SP-Gemeinderat Ueli Widmer zeigte sich «überrascht» von diesem Vorstoss. Er könne sich bei kleinen Gemeinden eine Fusion zwar vorstellen, bei grösseren Orten verspreche der Weg einer vertieften Zusammenarbeit aber mehr Erfolg. Deshalb habe man sich für das Kooperationsmodell Buchs-Suhr-Gränichen entschieden.

Ähnlich fällt die Reaktion bei der Erlinsbacher SP-Grossrätin Barbara Roth aus. Sie sei nicht «grundsätzlich» gegen Eingemeindungen, falls die Sachzwänge - vor allem finanzielle - dies erforderten. Für Roth ist die «Identifikation» mit der Wohngemeinde wichtig und soll erhalten bleiben. «Das Argument einer Stärkung der Stadt Aarau allein genügt mir nicht, um Fusionsverhandlungen aufzunehmen», betont die Erlinsbacherin, für die eine «urbane Grosstadt Aarau keine Vision ist». Eine Verstärkung der Zusammenarbeit, beispielsweise bei der Umsetzung des Pflegegesetzes, mache hingegen Sinn.

Positiver tönt es aus Buchs. Die Präsidentin der SP-Ortspartei, Gabriela Sasse-Roth, verweist auf die Bildung einer einwohnerrätlichen Kommission «Zukunft Buchs - Eigenständigkeit oder Fusion» hin, eine Idee, die von der SP-Fraktion eingebracht wurde. Allerdings sei die Meinungsbildung innerhalb der SP Buchs laut Gabriela Sasse «nicht abgeschlossen», die Ansichten im Moment noch geteilt. Es gehe in einem ersten Schritt um eine «neutrale Analyse» über Vor- und Nachteile der verschiedenen Optionen. Persönlich gibt sich die Buchser SP-Präsidentin allerdings klar als Fusionsbefürworterin zu erkennen.

Keine Kenntnis vom Vorprellen der Aarauer Genossen in dieser Sache hatte der Küttiger SP-Gemeinderat Thomas Kaspar. Das Thema Gemeindefusion sei innerhalb der Ortspartei bisher nicht diskutiert worden. Es dränge sich laut Kaspar zum jetzigen Zeitpunkt auch nicht auf, ein dringender Handlungsbedarf sei nicht gegeben. (hr)

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