Überraschende Regierungsumbildung in Kuba - Mehr Generäle

Castro entlässt mehrere hohe Funktionäre

Castro entlässt mehrere hohe Funktionäre

Kubas Präsident Raúl Castro hat überraschend die Umbildung der seit einem Jahr amtierenden Regierung angekündigt. Mehrere wichtige Minister wurden entlassen. Zwei wurden durch Generäle ersetzt.

In einer offiziellen Mitteilung hiess es, es sollten mehrere Ministerien zusammengelegt werden. Ausserdem sollten mehrere hohe Funktionäre entlassen.

Unter anderem sei Aussenminister Felipe Pérez Roque von seinem Amt "befreit" worden. Der bisherige Hoffnungsträger in der kubanischen Führung, Vize-Regierungschef Carlos Lage Davila, wird von seinem Posten als Sekretär des Ministerrates befreit.

Auf diese Stelle, die der Mitteilung zufolge keine Entscheidungsgewalt innehat, inoffiziell aber als Posten des Regierungschefs gilt, entsandte Rául Castro den General José Amado Ricardo Guerra.

Derzeit würden die Strukturen des Regierungsapparates überprüft, um ihre Effizienz zu erhöhen, hiess es weiter. Weitergehende Begründungen für die Massnahmen wurden nicht genannt.

Hintergrund der vom Politbüro und Zentralkomitee der Kommunistischen Partei Veränderungen in den Führungsstrukturen ist offenbar die sich zuspitzende wirtschaftliche Lage des Inselstaates. Betroffen sind unter anderem die Schlüsselpositionen der kubanischen Planwirtschaft.

Neben dem Aussenminister muss auch Wirtschaftsminister José Luis Rodríguez García, der erst vor wenigen Tagen zum stellvertretenden Premierminister aufgewertet worden war, seinen Sessel räumen.

Kubas Wirtschaftslage hatte sich in den vergangenen Monaten verschärft, nachdem drei Wirbelstürme die Insel im Herbst des vergangenen Jahres heimgesucht und zum Teil zerstört hatten.

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