Die Initiative des Schweizer Tierschutzes (STS) wird von SP, Grünen und Grünliberalen unterstützt. Der Tierschutz konnte für sein Anliegen aber auch Vertreter bürgerlicher Parteien gewinnen, unter ihnen SVP-Nationalrat Alexander Baumann (TG).

Der SVP-Vertreter bemühte sich, mögliche Vorbehalte der Bauern auszuräumen. Es handle sich beim Tierschutzanwalt nicht um einen "Stallvogt", der in den Ställen der Bauern herumschnüffle, sagte Baumann. "Nur Tierquäler müssen den Tieranwalt fürchten."

CVP-Nationalrat Jacques Neirynck (VD) kritisierte Mängel im Vollzug des Tierschutzgesetzes. Die kantonalen Unterschiede seien eklatant. SP-Nationalrat Mario Fehr (ZH) gab seinerseits zu bedenken, Tiere könnten ihre Interessen nicht selber vertreten. Ein Ja zur Initiative werde dafür sorgen, dass der Tierschutz in der ganzen Schweiz "endlich" vollzogen werde.

Die Befürworter der Initiative wiesen auch darauf hin, dass Tiere seit 2003 rechtlich nicht mehr als Sache gelten. Bei der Bestrafung von Tierquälern komme dies allerdings nicht zum Ausdruck. "Die Urteile sind schockierend mild", sagte die Grünliberale Nationalrätin Tiana Angelina Moser (ZH).

Dass ein Tieranwalt zu härteren Strafen führt, zeigt gemäss den Befürwortern das Beispiel des Kantons Zürich, der bereits seit 1992 einen solchen Anwalt beschäftigt.

Laut einer GfK-Meinungsumfrage im Auftrag des Schweizer Tierschutzes (STS) befürworten 63 Prozent die Einführung von Tierschutzanwälten. Über die Initiative wird am 7. März abgestimmt. Bei einem Ja sind die Kantone verpflichtet, Tierschutzanwälte einzusetzen.