Bis 2030 rechnen die SBB auf dem Schienennetz mit einer Passagier-Zunahme von 30 Prozent, wie die „Schweiz am Sonntag“ berichtet. Doch die Pendlerströme an den Bahnhöfen werden in den nächsten zwanzig Jahren noch stärker wachsen, weil diese stetig ihr Shoppingangebot ausbauen, und neue Büro- und Wohngebäude in Bahnhofsnähe gebaut werden.

Demnach steigt die Anzahl Menschen, die den Zürcher Hauptbahnhof benutzen – sei es zu Reise- oder Shoppingzwecken – in den nächsten zwanzig Jahren um 70 Prozent an. Bereits heute verkehren 437 000 Menschen täglich am HB. In Basel, Bern und Luzern beträgt das Wachstum bis zu 50 Prozent.

Das stärkste Wachstum findet bis 2035 aber in der Romandie und im Tessin statt, wo die SBB mit bis zu 90 Prozent mehr Bahnhofspassanten rechnen. Grund dafür ist nicht allein das Bevölkerungswachstum, sondern in erster Linie Investitionen in Ausbauprojekte, wie zum Beispiel der neue Gotthard-Basistunnel. Mit ihm wird sich die Fahrtzeit ins Tessin dereinst auf unter zwei Stunden verkürzen, was dem Tessiner Tourismus einen gewaltigen Schub geben wird.

Der Bahnhof Lausanne wird übernächstes Jahr für 1,2 Milliarden Franken umgebaut. Und in Genf steht ein Grossprojekt an, dass die französische Stadt Annemasse mit Genf verbinden soll.

Die SBB müssen die Bauprojekte Jahre im Voraus aufgleisen, um die Wachstumsraten bewältigen zu können. Allerdings ist die Explosion bei den Kundenzahlen auch eine lukrative Chance. Denn wachsen die Bahnhöfe, steigen auch die Werte der naheliegenden SBB-Immobilien. Davon wollen die SBB vermehrt profitieren. 100 Projekte für Wohnungen, Arbeitsplätze, Hotels und Shoppingflächen befinden sich zurzeit in der Pipeline.