Streik der Lokführer

Über vierzig Züge zwischen der Schweiz und Deutschland fallen aus

Die Reisenden ersuchen die SBB-Angestellten um Information.

Die Reisenden ersuchen die SBB-Angestellten um Information.

Wegen eines Lokführerstreiks kämpfen Millionen Bahnreisende in Deutschland mit Zugausfällen und Verspätungen. Das hat auch Auswirkungen auf Verbindungen ab der Schweiz.

Wer heute und morgen in Deutschland mit dem Zug unterwegs ist, braucht einen langen Atem: Millionen Bahnreisende kämpfen zum wiederholten Mal mit Zugausfällen und Verspätungen. Grund: Die Lokführergewerkschaft GDL weitete ihren Streik bei der Deutschen Bahn in der Nacht auf heute auch auf Personenzüge aus.

In Deutschland fährt voraussichtlich nur jeder dritte Fernzug, im Regionalverkehr sollen 15 bis 60 Prozent der Verbindungen aufrecht erhalten werden. Doch nicht nur deutsche Bahnkunden leiden unter dem Streik, auch Passagiere aus der Schweiz sind davon betroffen: Wie eine Übersicht der SBB zeigt, fallen alleine heute voraussichtlich 44 Zugverbindungen von und nach Deutschland aus - etwa auf der Strecke Bregenz-München oder Schaffhausen-Stuttgart. 

Wer dennoch per ÖV nach München kommen möchte, kann auf den IC-Bus umsteigen, der planmässig verkehrt. Hat man schon ein Zugticket gelöst, kann man dies kostenlos umbuchen oder es sich rückerstatten lassen, wie ein SBB-Sprecher auf Anfrage sagt. 

Busunternehmer reiben sich die Hände

Angesichts des deutschen Bahnstreiks freuen sich die Busunternehmen. Laut Jörn Rossberg, Sprecher von meinfernbus.de, ist die Nachfrage seit Ankündigung des Streiks am Montag sprunghaft angestiegen. Man registriere «eine erfreuliche Zunahme» von Buchungen.

Registriert wurden etwa doppelt so viele Zugriffe auf die Buchungsseiten, wie in den Vorwochen. Und die Zahl der Bestellungen habe um rund 70 Prozent zugenommen. Viele Verbindungen zwischen Schweizer und Deutschen Destinationen seien sehr gut besetzt oder ausgebucht. Man habe Zusatzbusse in Bereitschaft, noch seien aber keine zusätzlichen Wagen im Einsatz.

Auch in Belgien wird gestreikt

Wieviele Personen in der Schweiz insgesamt vom Streik betroffen sind, ist schwierig zu sagen. Die SBB versuchen, über ihre Kanäle - etwa die betriebseigene Homepage, Bildschirme oder Ausrufe an den Bahnhöfen - die Passagiere zu informieren. Im Gegensatz etwa zu einer Fluggesellschaft können sie aber keine personalisierten Hinweise versenden, da die Bahnkunden keine persönlichen Daten hinterlegen müssen. Die aktuellsten Informationen finden betroffene Passagiere auf der Störungsseite der SBB sowie der Deutschen Bahn.

Auch in Belgien streiken heute Bahnangestellte - und auch das hat Auswirkungen auf Passagiere aus der Schweiz. Die Strecke ab Basel Richtung Brüssel fällt heute komplett aus. (fum/sda)

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