Wenn Medien Bilder oder Videos von Sprayereien abbilden, führt dies bei den SBB nachweislich zu Nachahmungstaten, wie die SBB am Donnerstag mitteilten. Denn es sei das angestrebte Ziel von Sprayern, ihre Graffitis in der Öffentlichkeit so breit wie möglich bekannt zu machen.

Dem wirken die SBB entgegen, in dem sie versprayte Fahrzeuge möglichst innerhalb von 24 Stunden aus dem Verkehr ziehen: Denn je schnelle Graffitis entfernt würden, desto geringer sei der Anreiz für Sprayer, solche anzubringen.

Dennoch könne dies auch Auswirkungen für die Kunden haben. Denn der Zug oder der Wagen müsse ausser Betrieb genommen, in eine Werkstätte überführt und so lange ersetzt werden, bis er gereinigt sei. In der Werkstätte fielen Standkosten sowie Mitarbeiter- und Materialkosten für die Reinigung an.

Einen vollgesprayten Zug gründlich zu säubern, nehme Dutzende Mannstunden in Anspruch und es müssten starke Chemikalien eingesetzt werden. Im Endeffekt würden Vandalenakte indirekt auch die Berechnung der Billettpreise beeinflussen. Denn in der Konsequenz müssten Kundinnen und Kunden über den Billettpreis oder über Steuern die Zeche für Vandalismus und Graffiti zahlen.

Gefahr für Sprayer

Die SBB weisen auch darauf hin, dass allfällige Nachahmer sich in Lebensgefahr begeben. Laien könnten die Gefahren durch vorbeifahrende Züge kaum einschätzen.

Zudem machten sich Sprayer bereits durch das Betreten von Bahnanlagen strafbar. Es handelt sich dabei um ein Offizialdelikt. Und verurteilte Sprayer stünden angesichts der hohen Kosten häufig vor einem finanziellen Drama.