Libyen

Über 500 Personen demonstrieren in der Schweiz gegen Gaddafi

Demonstrierende in Lausanne

Demonstrierende in Lausanne

Mehr als 500 Personen haben am Samstagnachmittag in Genf, Lausanne und Zürich friedlich gegen den libyschen Machthaber Muammar al-Gaddafi demonstriert. Die Schweiz hat unterdessen entschieden, Hilfsteams an die Grenzen zu schicken.

Ungefähr 350 Personen - unter ihnen auch viele Jugendliche und Kinder - bezeugten in Genf ihre Unterstützung für die Menschen in Libyen. Sie zogen unter anderem am Palais Wilson vorbei, dem Sitz des UNO-Hochkommissariats für Menschenrechte. "Gaddafi, du bist erledigt, die Jugend ist auf der Strasse", wurde skandiert.

Der Präsident der grünen Partei der Schweiz, Ueli Leuenberger, sagte vor den Kundgebungsteilnehmern: "Schande allen, die solche Regime unterstützten oder immer noch unterstützen." Weiter rief er zu einem Boykott der 330 Tamoil-Tankstellen in der Schweiz auf. An der Spitze des Demonstrationszuges wurde ein Sarg getragen.

Friedliche Kundgebungen

In Lausanne bekundeten rund 150 Demonstranten ihre Solidarität mit "dem Kampf des libyschen Volkes" und verurteilten die "blutige Repression" des Gaddafi-Regimes. "Gaddafi Mörder, das libysche Volk wird deine Haut bekommen", schrien sie. "Stopp der barbarischen Wut des Obersts", stand auf Spruchbändern.

Libyen-Demo in Zürich

Demo gegen Gaddafi

Die Schweizer Regierung solle Ärzte und Krankenschwestern vor Ort schicken - wenn nicht nach Libyen, so doch an die Grenzen des Landes, forderte ein linker Stadtparlamentarier, der die Kundgebung in Lausanne mitorganisiert hat.

In Zürich besammelten sich - wie bereits am Mittwoch - rund 100 Personen auf dem Bürkliplatz. Auch diese Kundgebung verlief friedlich.

Schweizer Hilfe

Unterdessen hat das Schweizer Aussenministerium je ein Team der humanitären Hilfe an die ägyptische und an die tunesische Grenze zu Libyen geschickt. Sie sollen die Bedürfnisse vor Ort abklären und erste Sofortmassnahmen einleiten.

Dies teilte das Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) am Samstagabend mit. Zahlreiche Menschen, die vor den Unruhen und Gewalttätigkeiten in Libyen geflüchtet seien, kämen erschöpft in Ägypten oder Tunesien an und bräuchten Unterstützung. Die Schweiz wolle einen Beitrag zur Linderung der Not leisten.

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