Wer zum ersten Mal die Website Flightradar24.com aufruft, kommt nicht aus dem Staunen heraus. Scheinbar unzählige kleine gelbe Flugzeugsymbole krabbeln wie Ameisen über den Globus. Zoomt man auf Europa, zeigt sich ein einziger gelber Fleck. Jedes Symbol steht für ein Passagier-Flugzeug, das sich tatsächlich in der Luft befindet. Gespeist wird Flightradar mit öffentlich zugänglichen Funkdaten, mit denen sich die Flieger identifizieren lassen.

Fast nirgendwo sonst auf der Welt wird der Luftraum so intensiv genutzt wie in Europa. In Afrika beispielsweise sind auf Flightradar nur vereinzelte Flugzeuge sichtbar. Ganz besonders regen Flugverkehr über Europa gab es diesen Sommer. Im Juni kam es an einem einzigen Tag zu exakt 36'825 Flügen – so viel wie noch nie in der Geschichte Europas.

Mit einem jährlichen Passagierwachstum von drei bis vier Prozent wird es in Zukunft aber noch enger werden im europäischen Luftraum. Viel europäische Airlines rüsten denn auch massiv auf: So hat Eurowings gegenüber dem Vorjahr die Zahl der Flüge um 340 erhöht, Easyjet hat 119 Flüge mehr im Angebot, bei Ryanair sind es plus 115 Flüge.

3,98 Milliarden Passagiere

In der Folge kommt es zu immer mehr Verspätungen. Im Juli war mehr als jeder zehnte Flug (bei 1,08 Millionen Starts und Landungen) mindestens 15 Minuten verspätet. Und dieses Jahr sorgten viele Streiks von Fluglotsen zum Teil für chaotische Zustände in den Flughäfen.

Auch weltweit nimmt der Flugverkehr drastisch zu. Nutzten vor 20 Jahren noch 1,45 Milliarden Menschen ein Flugzeug, waren es 2007 bereits 2,21 Milliarden. Einen besonders massiven Anstieg gab es in den letzten zehn Jahren: 2017 flogen bereits 3,98 Milliarden Passagiere durch die Luft.