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UBS-Staatsvertrag: Kaspar Villiger lobbyierte persönlich bei der SVP

Kaspar Villiger muss sich heute vor den Aktionären verantworten

Kaspar Villiger muss sich heute vor den Aktionären verantworten

Der Kehrtwende der SVP in Sachen UBS-Staatsvertrag mit den USA ging ein intensives Lobbying der Grossbank voraus. Dabei griff auch UBS-Verwaltungsratspräsident Kaspar Villiger persönlich zum Telefon, wie «Sonntag"-Recherchen zeigen.

Villiger wählte zum Beispiel die Nummer des Berner SVP-Nationalrats Hansruedi Wandfluh, um ihn von einem Ja zum Staatsvertrag zu überzeugen. Wandfluh dementiert den Anruf von Villiger nicht, will sich aber konkret nicht dazu äussern: "Ich habe vergessen, wer mich alles angerufen hat", so Wandfluh, der auch die nationalrätliche Wirtschaftskommission präsidiert, gegenüber der Zeitung "Sonntag".

Mehrere Fraktionsmitglieder sind erbost über den Strategiewechsel, der von alt Bundesrat Christoph Blocher unterstützt worden ist. "Ein Nationalrat spricht von einem "abgekarteten Spiel zwischen WAK-Präsident Wandfluh und unserer Parteileitung". Der Walliser SVP-Nationalrat Oskar Freysinger bezeichnet die Kehrtwende der SVP als verheerend: "So nehmen uns die Wähler nicht mehr ernst." Auch der Zürcher Nationalrat Hans Kaufmann will den Staatsvertrag ablehnen. Er bestätigt ein vertrauliches Gespräch mit UBS-Konzernchef Oswald Grübel, das ihn allerdings nicht umgestimmt hat: "Wir dürfen uns nicht kaufen lassen", so Kaufmann.

Sauer auf die SVP ist auch Abzocker-Initiant Thomas Minder, der sich jüngst mit Blocher verbündet hat, um gegen die Abzockerei mobil zu machen: «Diese Spielchen stören mich gewaltig», so Minder zum «Sonntag». «Die SVP macht um den UBS-Staatsvertrag die gleichen Übungen wie die SP um meine Initiative.» Das erschrecke ihn. Am vergangenen Freitag hatte die SVP-Fraktion mit 35 zu 17 Stimmen beschlossen, nun doch dem Amtshilfeabkommen mit den USA zuzustimmen, das die Datenübermittlung von 4450 potenziellen UBS-Steuersündern in die USA möglich macht.

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