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U-Bahn für die Schweiz: Neues Tunnelsystem für die Schweiz geplant

Der öffentliche und Autoverkehr stösst in der Schweiz an seine Grenze. Nun planen SBB und die Post ein U-Bahn-System für den Warentransport. Dieses soll den Verkehr entlasten.

Unterirdischer Warentransport soll Schiene und Strasse entlasten: Zwei Cargo-Projekte sollen den Verkehrskollaps auf Strasse und Schiene verhindern, wie die Zeitung „Der Sonntag" berichtet. Interesse zeigen Post und SBB.

Von Basel bis Genf neue Tunnels

Beim Projekt «Güter unter die Erde» sollen zwischen Basel und Chiasso sowie zwischen Genf und der Ostschweiz zwei riesige Tunnels entstehen, die Container durchgängig unterirdisch transportieren. Lokführer braucht es dazu nicht, da die Wagen vollautomatisch an ihre Bestimmungsorte gesteuert werden. SBB-Chef Andreas Meier zeigt Interesse: «Das würde helfen, unsere Kapazitätsprobleme beim wachsenden Personenverkehrsaufkommen zu lösen.»

Hinter dem Projekt stehen potente Unternehmen. Stadler-Rail-Chef und SVP-Nationalrat Peter Spuhler wollte sich nicht äussern; Unternehmer und FDP-Nationalrat Otto Ineichen sagt, das Tunnelsystem könne in zehn Jahren realisiert werden: «Das Interesse ist gross.» Spektakulär ist ein weiteres Transportprojekt.

Post bestätigt Interesse

Die Initianten von «Cargo Tube» planen vier Ringe in der Deutschschweiz mit einer Gesamtlänge von 535 Kilometern. In Röhren von zwei Metern Durchmesser sollen Gitterpalette unbemannt in kleinen Transportern von Biel bis Frauenfeld verkehren. Ein Postsprecher bestätigt das Projekt. «Die Logistik ist ein Kerngeschäft der Post. Deshalb beobachten wir das Projekt von CargoTube aufmerksam.»

SBB-Chef Meyer ist begeistert

Das Projekt stösst bei SBB-Chef Andreas Meyer auf Interesse. „Das Bestechende daran ist, dass der gesamte Güterverkehr vom bestehenden Schienennetz weg käme - es gäbe separate Trassen dafür", sagt Meyer im Interview mit der Zeitung „Der Sonntag". „Das würde helfen, unsere Kapazitätsprobleme beim wachsenden Personenverkehrsaufkommen zu lösen."

Ein Fragezeichnen setzt Meyer hinter die Kosten. „Natürlich wäre ein unterirdisches System sehr kapitalintensiv. Ob sich das rechnet, kann ich nicht sagen - wir haben das noch nicht konkret geprüft." Entscheidend wäre die Europakompatibilität. „Die internationale Anbindung ist ein kritischer Punkt." Für den unterirdischen Gütertransport würde wiederum das Lärmproblem sprechen. „Das Lärmthema ist nicht zu unterschätzen, unter anderem deshalb sind auf deutscher Seite Zufahrten in die Schweiz blockiert", so Meyer im „Sonntag".

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