Die wichtigsten Ausschnitte von Alain Bersets Auftritt in der Sendung «TalkTäglich».

CH Media

TV-Talk
«Ich glaube, es will niemand, dass wir die Kontrolle verlieren»: Bundesrat Berset über das Covid-Gesetz

Für Gesundheitsminister Alain Berset gibt es keinen Plan B: Kommt es zu einer Ablehnung des Covid-19-Gesetzes, würden alle vom Parlament im März 2021 beschlossenen Anpassungen wegfallen. In der Sendung «TalkTäglich» am Mittwochabend nahm Bundesrat Berset Stellung zur bevorstehenden Abstimmung.

Drucken
Teilen

Am 28. November stimmen die Schweizer Stimmbürgerinnen und Stimmbürger unter anderem über eine Änderung des Covid-Gesetzes ab, die bereits in Kraft ist. Diese Änderung betrifft auch das Covid-Zertifikat.

Erste Umfragen zeigen zwar eine Ja-Tendenz in der Bevölkerung, trotzdem gibt es regelmässige Demonstrationen gegen das Covid-Zertifikat. Vor allem der Einsatz des Zertifikats im Inland steht bei den Gegnern in der Kritik.

Was wäre die Alternative?

Am Mittwochabend war Bundesrat und Gesundheitsdirektor Alain Berset zu Gast in der Sendung «TalkTäglich» dem TV-Sender von CH Media. Zum gleichen Konzern gehört auch dieses Newsportal. Er verteidigte die vom Bundesrat ergriffenen Massnahmen:

«Wir versuchen nur seit dem Anfang der Pandemie das Leid zu vermindern. Und das mit Massnahmen, die so klein wie nötig sind.»

Die Schweizer Massnahmen seien viel weniger streng als in anderen Ländern, so Berset. Und er fügt an: Was wäre die Alternative zu den bestehenden Massnahmen, die etwa ein Covid-Zertifikat für den Restaurantbesuch vorschreiben? «Dann wären die Restaurants vielleicht einfach geschlossen, weil das Risiko, das Spitalsystem zu überlasten, noch viel zu hoch ist. Oder aber, wir würden mal schauen, was passiert, und verlieren dann die Kontrolle.» Letzteres ist nicht im Sinne des Bundesrates:

«Wir haben in dieser Pandemie nie die Kontrolle verloren, aber wir sehen anhand von anderen Ländern, was das bedeuten kann. Und ich glaube, das will niemand.»

Viele Gegnerinnen und Gegner der Massnahmen oder des Zertifikats fühlen sich kontrolliert, werfen dem Bundesrat diktatorische Züge vor. Für diesen Vorwurf hatte Berset ein Lächeln und folgende Worte übrig:

«Ich kenne keine Diktatur, in der man einen Diktatur-Vorwurf aussprechen kann.»

Die Schweiz sei klar eine Demokratie, das zeige sich auch in dem Fakt, dass nun bereits zum zweiten Mal über das Covid-Gesetz abgestimmt werde. «Darauf müssen wir stolz sein.»

Die aktuelle Krise sei «eine sehr harte Zeit» und auch eine, die aufzeige, wie es ist, die Grenzen auszuloten. Und auch er hätte eine solche Pandemie lieber nicht erleben wollen, gibt Berset zu. Und sagt:

«Alle wollen Klarheit und Gewissheit und Planbarkeit, nur, in einer Krise gibt es das nicht.»

Die Sendung «TalkTäglich» mit Alain Berset in voller Länge.

CH Media

(smo)

Aktuelle Nachrichten