Der Schriftsteller Amor Ben Hamida, gebürtiger Tunesier, versteht nicht, weshalb seine jungen Landsleute ihre Heimat verlassen. «Sie lassen Tunesien im Stich, jetzt wo sie sich für das Land durchbeissen sollten», sagt Ben Hamida im Club.

«Schlichtweg keine Chance»

Mit der Lösung in Libyen hätten alle Tunesier Grund, zu Hause zu bleiben, erklärt er im «Club». «Dadurch dass die Situation in Libyen gut gelöst wurde, entstehen jetzt wieder viele Arbeitsplätze.» Seine Meinung zu den Asylsuchenden aus Nordafrika ist daher klar: «Man muss diesen jungen Männern sagen, sie sollen wieder nach Hause gehen. Sie haben hier schlichtweg keine Chance.»

Was Ben Hamida aber noch weniger versteht, sind Asylsuchende, die sich schlecht verhalten: «Menschen aus dem arabischen Raum, wo das Recht des Gastgebers immer höher steht als jenes des Gasts, sollten wissen wie sie sich zu verhalten haben.»

Integrationstest «Birchermüesli»

Ben Hamida selbst ist seit seinem zwölften Lebensjahr in der Schweiz. Nach eigenen Worten ist er gut integriert. Das schwierigste an der Integration sei das «Birchermüesli» gewesen. «Wer es schafft ein Birchermüesli zu essen, ist richtig integriert», weiss er.

Probleme mit Rassismus oder Ausgrenzung hat Ben Hamida nie erlebt. Nur einmal: «1973 hiess es: Du bist Araber, also bist du verantwortlich für die Ölkrise.»

Ben Hamida bei «WettenDass»

Da der Schriftsteller aber jedes Jahr geschätzte fünf Mal in seine Heimat geht, kennt er auch die Meinung der Tunesier zur Integrationspolitik der Schweiz. «Die Tunesier haben dieses Jahr rund 800000 Flüchtlingen aus Libyen Asyl gewährt. Die Schweizer haben mit ein paar wenigen tausend Flüchtlingen ein Problem. Das verstehen sie nicht.»

Zum Schluss bietet Ben Hamida den Schweizer Behörden auch noch seine Hilfe als Übersetzer und Vermittler an: «Obwohl ich mich gerade fühle wie bei ‹WettenDass›, stelle ich mich zur Verfügung.»