Bankgeheimnis

Türkei will Schweiz um Liste von Steuerflüchtlingen bitten

Symbolbild für Kunden-Daten

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Die Steuerbehörden in der Türkei wollen die Schweiz laut einer regierungsnahen Zeitung um eine Liste möglicher Steuerflüchtlinge bitten. Nach dem Vorbild der kürzlichen Einigung zwischen den US-Behörden und der UBS bereite auch Ankara eine Intervention vor, berichtete die Zeitung «Zaman».

Mit der Ankündigung will das türkische Finanzamt erreichen, dass türkische Inhaber Schweizer Konten zumindest einen Teil ihres Vermögens in der Türkei nachträglich versteuern. Türkische Staatsbürger verfügen nach Presseberichten in der Schweiz über Konten mit einem Gesamtwert von rund 60 Milliarden Dollar.

In den vergangenen Wochen seien rund 100'000 Personen in der Türkei von den Behörden angeschrieben worden, um sie vor drohenden Kontrollen zu warnen und sie zur Offenlegung ihres Vermögens zu bewegen.

Zwischen der Schweiz und der Türkei gibt es zurzeit kein Doppelbesteuerungsabkommen (DBA), das Amtshilfe im Falle eines Verdachts auf Steuerhinterziehung ermöglicht. Dies bestätigte der Sprecher der Eidg. Steuerverwaltung, Beat Furrer, auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA.

Ein im März dem Parlament vorgelegtes DBA wurde vom Ständrat zurückgewiesen, es soll nun mit Hinblick auf die Ausweitung der Amtshilfe gemäss OECD-Standard nachverhandelt werden. dies soll nächstens geschehen, wie Furrer ausführte.

Bis Ende September können türkische Staatsbürger ihr am Fiskus vorbei ins Ausland geschafftes Vermögen bei den Behörden deklarieren und müssen in diesem Fall lediglich eine Steuer von zwei Prozent bezahlen.

Sollten die Steuerbehörden nach Ablauf dieser Schonfrist schwarze Schafe aufspüren, so werden Strafsteuern von bis zu bis zu 50 Prozent fällig.

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