Bern
Trump lädt zum Ramschverkauf in US-Botschaft

In der US-Botschaft in Bern kommen ab diesem Wochenende nicht mehr gebrauchte Gegenstände unter den Hammer. Gewisse Schnäppchen sind ab einem Franken zu haben.

Benjamin Weinmann, Lorenz Honegger
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Auktion US-Botschaft Bern
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Nicht nur für US-Gesässe.
Röntgenmaschine ab CHF 1.–.
Staubsaugen mit Uncle Sam.
Lektüre der Botschaftscrew.

Auktion US-Botschaft Bern

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US-Präsident Donald Trump preist sich gerne als gewiefter Geschäftsmann, der immer den perfekten Deal aushandelt. Ob sich die Aktion seiner ausländischen Botschaften auch vergolden lässt, wird sich zeigen. Denn auch dieses Jahr versteigern die Vertretungen im Ausland Mobiliar und andere Utensilien, die sie nicht mehr benötigen. Milliardär Trump wird damit quasi zum Online-Flohmarktverkäufer.

Die Botschaft in Bern mistet ab diesem Wochenende aus, wie sie via Facebook verkündet. Bereits ab 1 Franken unter anderem im Angebot: Eine Maschine, um Gepäck zu röntgen, ausrangierte PC-Monitore, abgewetzte und befleckte Bürosessel, Kaffeemaschinen vom Coop-Elektrohändler Fust, Matratzen, ein Ergometer und eine Nähmaschine.

Nur eine Bezahlmethode

Laut Tanya Ward, Botschaftssprecherin in Bern, werden solche Auktionen regelmässig auf der ganzen Welt durchgeführt. Alle Einnahmen fliessen in das Budget der Botschaft und des Aussenministeriums zurück.

Wer einen Artikel erfolgreich ersteigert, hat drei Tage, um das erworbene Stück vor Ort auf der Botschaft abzuholen. Aber Vorsicht: Donald Trump akzeptiert weder EC- noch Kreditkarte, sondern nur Cash – bar auf die Hand.

Schweiz-Amerikaner: 100 Protestbriefe ans Weisse Haus

Am Mittwoch hatte der US-Präsident Grosses angekündigt: «Es wird eine historische Steuerentlastung für das amerikanische Volk geben», sagte Donald Trump. Seine Steuerreform weckt nicht nur bei den Amerikanern zu Hause Begehrlichkeiten, sondern auch bei ausgewanderten Bürgern, wie jenen in der Schweiz. Sie haben sich in den vergangenen Jahren immer wieder über die unfaire USBesteuerung beklagt, die für sie anfällt, obwohl sie im Ausland leben. Am Montag überreicht deshalb die
Expat-Organisation «Republicans Overseas» dem Präsidenten persönlich Protestschreiben von Ausland-Amerikanern. Besonders viele Briefe und Unterschriften – rund 100 an der Zahl – kämen aus der Schweiz, sagt Ed Karr, Vorsitzender von «Republicans Overseas Switzerland». «Wir Schweiz-Amerikaner haben uns besonders Gehör verschafft. Wir kämpfen für eine faire Steuerreform, welche die Ausland-
Amerikaner nicht ausschliesst.» Man hoffe, dass die eigene Regierung endlich zu einer Besteuerung wechsle, die aufgrund des Wohnsitzes erhoben werde. Die jetzige Situation sei eine administrative und finanzielle Last für viele Expats hierzulande. «So mancher Mitbürger fühlt sich deshalb gedrängt, den US-Pass abzugeben, um nicht doppelt besteuert zu werden.»