Ein Plastik-Maschinengewehr unter dem Christbaum: Trotz der Anschläge von Paris und den Schlagzeilen um die Terrorgefahr läuft der Verkauf von Kriegsspielzeugen im Schweizer Detailhandel zurzeit wie geschmiert. Das zeigen Recherchen der Zeitung „Schweiz am Sonntag“.

In den Spielzeugabteilungen von Migros, Coop und Manor heisst es einhellig, Spielzeugwaffen würden sich zurzeit „sehr gut“ verkaufen. In der Migros-Spielzeugabteilung in Baden sagte eine Verkäuferin zur „Schweiz am Sonntag“: «Die grossen Waffen sind bei uns schon ausverkauft.» Bei Coop-City hiess es, vor allem die grellen Nerf-Waffen seien ein beliebtes Weihnachtsgeschenk. Die Verkäuferin präzisierte: «Vor allem die grossen Waffen.»

Keiner der grossen Händler, auch nicht Franz Carl Weber, erwägt auf Anfrage der „Schweiz am Sonntag“, die Spielzeugwaffen aus dem Sortiment zu nehmen, wie das teilweise nach den Anschlägen vom 11. September 2001 der Fall war.

Fachleute sind besorgt über den Trend. Der Spielforscher und Professor an der Pädagogischen Hochschule St. Gallen, Bernard Hauser, sagt: «Die Plastikwaffen von Nerf haben einen höheren Realitätsgrad als ältere Waffen und könnten zu mehr echter Gewalt führen.» (SaS)