Affäre Mörgeli
Trotz Kündigung kann Mörgeli weiterhin an der Uni Zürich unterrichten

Christoph Mörgeli könnte in Zukunft weiterhin an der Universität Zürich lehren. Und dies, obwohl ihm die Uni am Freitag gekündigt und ihn per sofort freigestellt hat.

Jürg Krebs
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Christoph Mörgeli hat seinen Job verloren (Archive)

Christoph Mörgeli hat seinen Job verloren (Archive)

Keystone

Die fachlichen Leistungen wie das persönliche Verhalten des Kurators des medizinhistorischen Instituts seien ungenügend, sagte Uni-Rektor Andreas Fischer am Freitagmorgen vor den Medien.

Mit den öffentlich geäusserten Mobbingvorwürfen an die Adresse der Universität habe sich Christoph Mörgeli zudem illoyal gegenüber seinem Arbeitgeber verhalten. Beides zusammen ist der Grund, warum sich die Uni nach 27 Jahren von ihrem Mitarbeiter trennt.

Die Kündigung betrifft aber nur Christoph Mörgelis Anstellung als Konservator des medizinhistorischen Museums, wo er in Funktion eines Oberassistenten angestellt ist.

Im Kritikpunkt: Die Leistungen als Konservator, nicht die Lehrtätigkeit

Wie Rektor Fischer betonte, ist Christoph Mörgelis Lehrtätigkeit, die er als Titularprofessor ausübt, vom Entscheid nicht betroffen. Die Funktion ist aber zwingend mit einer Lehrtätigkeit verbunden. Gemäss Fischer wurde Christoph Mörgelis Leistung als Konservator nicht aber dessen Lehrtätigkeit als ungenügend eingestuft.

Christoph Mörgeli, dem die Kündigung gemäss Rektor Fischer über seinen Anwalt eröffnet wurde, hat sich noch nicht geäussert, ob er weiterhin mit der Uni zusammenarbeiten will.

Sollte Christoph Mörgeli dies tun wollen, so werde er sich dafür einsetzen, dass er dies tun könne, so Andreas Fischer.

Ob dies die Studenten interessiert ist eine andere Frage. Die Veranstaltung «Medizinische Museologie» fand mangels studentischen Interesses bislang nicht statt. Und eine zweite unter dem Titel «Erzählte Medizingeschichte» liess Christoh Mörgeli von ehemaligen Medizinern halten. Beides ist nachzulesen im von der Uni am Freitag nun doch veröffentlichten Akademischen Bericht 2011 von Medizinhistorischem Institut und Museum.