Erotikmesse
Trotz Ablehnung: Sexmesse will unbedingt nach Langenthal

Der Langenthaler Gemeinderat hat am Montag der geplanten Sexmesse «Amor» überraschend einen Strich durch die Rechnung gemacht. Und dies, obwohl die Mietverträge für die Markthalle und die Bewilligung vom Kanton vorhanden sind. Der Veranstalter will den Entscheid der Stadtverwaltung nicht einfach hinnehmen.

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Walter Ryser

Der Langenthaler Gemeinderat hat am Montag der geplanten Sexmesse Amor, die vom 16. bis 18. April in der Markthalle hätte stattfinden sollen, abrupt den Stecker rausgezogen. Obwohl die Stadtverwaltung das Gesuch und die entsprechenden Mietverträge mit dem Veranstalter der Messe bereits unterzeichnet und auch der Oberaargauer Regierungsstatthalter Martin Sommer den Anlass bewilligt hat, setzte sich der Gemeinderat darüber hinweg. Dies mit der Begründung, städtische Liegenschaften für einen solchen Anlass nicht zur Verfügung zu stellen.

Damit ist «Amor» zwar vorerst aus der Markthalle, aber vermutlich noch lange nicht aus der Stadt verbannt worden. Denn die ganze Angelegenheit könnte sich jetzt zu einem juristischen Nachspiel entwickeln, das für die Stadt äusserst unangenehme Folgen haben könnte. J. P. Love, Pressesprecher «Amor 2010», sagte gestern: Er glaube weiter daran, dass die Messe in Langenthal stattfinden werde. Er fuhr gestern jedenfalls wie geplant nach Zürich, um Aufnahmen für einen TV-Werbetrailer zu machen.

Droht gar eine Schadenersatzklage?

Den Entscheid des Langenthaler Gemeinderates nehme man nicht einfach so hin, liess er weiter verlauten und wies darauf hin, dass der Organisator der Messe schriftlich bei der Stadtbehörde interveniert habe. «Wir warten jetzt erst einmal auf eine Stellungnahme, vielleicht gibt es ja noch eine Überraschung», sagte Love. Er ist überzeugt, dass man bestehende Verträge nicht beliebig künden kann. «In welchem Land leben wir denn eigentlich? Unterschrieben ist doch unterschrieben», zeigte sich Love zuversichtlich.

Was die «Amor»-Verantwortlichen zu tun gedenken, sollte der Langenthaler Gemeinderat bei seiner Haltung bleiben, konnte J. P. Love gestern noch nicht sagen. Aber auch in diesem Falle sei sicher, dass damit die ganze Angelegenheit für die Organisatoren der Messe noch nicht abgehakt sei. Eine Schadenersatzklage gegen die Stadt schliesst Love jedenfalls nicht aus. Wie hoch diese ausfallen könnte, darüber wollte er aber nicht spekulieren. Er wies lediglich darauf hin, dass für die Organisation der Messe sehr viel investiert worden sei. «Die gesamte Bühnentechnik beispielsweise wird aus Deutschland angeliefert.» Für die Sexmesse Amor in Langenthal operiere man auf alle Fälle mit einem Budget im fünfstelligen Franken-Bereich, erwähnte J. P. Love.