Die Fotos haben inzwischen auch den Genfer Staatsanwalt Daniel Zappelli auf den Plan gerufen. "Ich werde eine Untersuchung gegen Unbekannt wegen Verletzung der Amtsgeheimnisses eröffnen", sagte Zappelli auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Er verstehe nicht, wieso die Zeitung gerade jetzt diese Fotos veröffentliche.

Zappelli schloss bei gleicher Gelegenheit aus, dass die pikanten Unterlagen aus dem Justizgebäude stammen. Portraits von vorne und von der Seite seien niemals Teil von Justizunterlagen.

Auch die Polizei zweifelt daran, dass das Leck bei ihr liegt. "Wir verbreiten keine solche Bilder", sagte ein Mediensprecher der Genfer Polizei. Polizeibilder seien farbig. Die Bilder in der Zeitung sind dagegen schwarz-weiss.

Der Chefredaktor von "Tribune de Genève", Pierre Ruetschi, rechtfertigte auf Anfrage die Veröffentlichung der Bilder. Die Frage, wie gross die Erniedrigung bei der Verhaftung gewesen sei, spiele inzwischen eine grosse Rolle in der Affäre, sagte er.

Die Fotos seien ein Informationselement, um mehr über die Umstände der Verhaftung zu erfahren. Sie könnten damit einen wichtigen Beitrag zur Diskussion leisten.