Deutschland

Trauerfeier für in Afghanistan getötete deutsche Soldaten

Kanzlerin Angela Merkel zeigte Anteilnahme

Kanzlerin Angela Merkel zeigte Anteilnahme

Eine Woche nach dem blutigen Karfreitag von Kundus haben hunderte deutsche Soldaten in Selsingen in einer bewegenden Trauerfeier Abschied von ihren drei gefallenen Kameraden genommen. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel nahm an der Trauerfeier teil.

Merkel sagte bei der Zeremonie in der St.- Lamberti-Kirche, die drei getöteten Fallschirmjäger seien für ihr Land gestorben. "Ich verneige mich vor ihnen. Deutschland verneigt sich vor ihnen."

Die Kanzlerin räumte ein, dass sich der Afghanistan-Einsatz schwieriger gestaltet als erwartet. Gleichzeitig machte sie klar, dass ein vorzeitiger Rückzug kein Thema sei. Merkel verzichtete auch darauf, ein Abzugsdatum für die deutschen Truppen zu nennen. "Das jetzt zu tun wäre verantwortungslos", sagte sie.

Die Kanzlerin betonte aber, dass mit der neuen Afghanistan- Strategie die Übergabe der Verantwortung an die afghanischen Sicherheitskräfte vorbereitet werde. Der militärische Einsatz und der Wiederaufbau des Landes müssten Hand in Hand gehen. "Ohne Sicherheit gibt es keinen Wiederaufbau", sagte sie.

In der Kirche versammelten sich rund 600 Trauergäste zu dem eineinhalbstündigen Gottesdienst. Die drei Särge waren in schwarz- rot-goldenen Fahnen eingehüllt. Vor der Kirche konnten hunderte Trauernde den Gottesdienst auf einer Leinwand verfolgen.

Die drei Fallschirmjäger im Alter von 25, 28 und 35 Jahren waren am Karfreitag bei Gefechten mit radikal-islamischen Taliban schwer verwundet worden und an ihren Verletzungen gestorben. Acht weitere Soldaten wurden verletzt, vier von ihnen schwer. Seit 2002 sind 39 deutsche Soldaten in Afghanistan getötet worden.

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