Türkei

Transitstaaten feiern Einigung auf Gaspipeline Nabucco

Der türkische Premier Erdogan (Archiv)

Der türkische Premier Erdogan (Archiv)

Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hat die politische Einigung auf die Gaspipeline Nabucco als historischen Moment für die Energiesicherheit in Europa bezeichnet.

Das Projekt, mit dem Gas vom Kaspischen Meer nach Europa geleitet werden soll, sei wichtig für Freundschaft und Frieden, sagte Erdogan in Ankara zum Auftakt eines Treffens von Präsidenten und Regierungsvertretern der beteiligten Staaten Türkei, Bulgarien, Rumänien, Ungarn und Österreich.

Nabucco zeige, dass die Türkei schon wegen der Energieversorgung Mitglied der EU sein sollte, sagte Erdogan. Die rund 3300 Kilometer lange Rohrleitung soll ab 2014 Erdgas aus Zentralasien nach Europa transportieren. Der Bau 2011 in Angriff genommen werden.

Die Europäer wollen mit Hilfe des rund 7,9 Mrd. Euro teuren Projekts ihre Abhängigkeit von russischen Gaslieferungen mindern. Unklar ist bisher allerdings unter anderem, woher das Gas für "Nabucco" kommen soll. Bisher hat lediglich Aserbaidschan seine Teilnahme zugesagt.

Erdogan erklärte, er sei für die Durchleitung von iranischem Gas, sofern es die Bedingungen erlaubten. Die USA hatte am Wochenende ihren Widerstand gegen eine mögliche Beteiligung des Irans angekündigt. Zudem könne Katar eine wichtige Rolle einnehmen, indem es sich an einem Flüssig-Erdgas-Terminal in der Türkei beteilige, sagte Erdogan weiter.

Der irakische Premier Nuri al-Maliki sagte, sein Land könne 15 Milliarden Kubikmeter Gas beisteuern. Nach Einschätzung eines US-Diplomaten ist diese Zusage aber mit Vorsicht zu geniessen, weil es in Irak noch keine Einigung zwischen der Zentralregierung und der ressourcenreichen kurdischen Autonomiezone über die Aufteilung der Bodenschätze gebe.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1