Grosses Echo
Tötungsdelikt Altendorf: «Aktenzeichen XY»-Zuschauer liefern zahlreiche Hinweise

Bringt «Aktenzeichen XY ungelöst» den Ermittlungsdurchbruch? Nach der Sendung am Mittwoch sind über zwei Dutzend Hinweise zum Fall der erschossenen Reisebüro-Mitarbeiterin in Altendorf eingegangen.

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Der Schwyzer Kripo-Chef Stephan Grieder, Staatsanwalt Paul Schmidig und Moderator Rudi Cerne (von links) während der Live-Sendung.
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Tötungsdelikt Altendorf SZ
XY-Szenenfoto: Gerade mal vier Wochen vor der Tat trat die junge Frau ihre Arbeit im Reisebüro an.
Die Patronen.
Die mutmassliche Tatwaffe.
Die geraubte Geldkassette: Schwarze Geldkassette (Maße: 25 x 20 cm) mit grauem Münzeinsatz, Inhalt etwa 1000 Schweizer Franken
Das Notizbuch des Opfers nahm der Täter mit.
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Der Schwyzer Kripo-Chef Stephan Grieder, Staatsanwalt Paul Schmidig und Moderator Rudi Cerne (von links) während der Live-Sendung.

Screenshot ZDF

Am Mittwochabend wurde das Tötungsdelikt vom 2004 an einer 22-jährigen Frau in einem Reisebüro in Altendorf in der ZDF-Sendung «Aktenzeichen XY ungelöst» ausgestrahlt. Nach der internationalen Verbreitung von neuen Fakten zum Gewaltdelikt sind bislang in Deutschland und in der Schweiz mehr als zwei Dutzend Meldungen eingegangen, teilte die Kantonspolizei Schwyz am Donnerstag mit.

Ein Anrufer erklärte, die gezeigten Patronenhülsen erkannt zu haben, wie das Onlineportal tz.de vermeldet. Bereits im Jahr 1998 soll sich in Deutschland ein Doppelmord ereignet haben, mit einer Waffe des gleichen Typs. «Man muss vorsichtig sein, aber das wäre natürlich, wenn es tatsächlich zutreffen sollte, eine interessante Entwicklung für die Kollegen aus der Schweiz», erklärte Alfred Hettmer vom LKA München am Ende der Sendung.

Die mutmassliche Tatwaffe.

Die mutmassliche Tatwaffe.

Kapo SZ

Die am Tatort gefundenen Patronenhülsen stammen aus den Jahren 1952 und 1956 liessen auf eine Faustfeuerwaffe mit Kaliber 7,62 eines ehemals tschechoslowakischen Herstellers als Tatwaffe schliessen. Diese war einst die Standardwaffe der tschechoslowakischen Streitkräfte. Die Patronen trugen Militärcodes aus dem ehemaligen Jugoslawien und aus der ehemaligen Tschechoslowakei.

Alle eingegangenen Hinweise werden im Rahmen einer internationalen Rechtshilfe der Staatsanwaltschaft des Kantons Schwyz zugestellt.

Im Nachgang zur Sendung ist es laut Mitteilung der Kantonspolizei Schwyz bisher zu keinen Verhaftungen oder Sicherstellungen von Gegenständen gekommen. Das Tötungsdelikt ist weiterhin nicht geklärt.

Die Patronen.

Die Patronen.

Kapo SZ

Wie die "Zürichsee-Zeitungen" berichten, lebte das Mordopfer in Einsiedeln und hatte erst einen Monat vor der Tat wieder bei Arrow Tours ihre Arbeit aufgenommen. Nach ihrer Lehre arbeitete sie in einem Reisebüro des Unternehmens in Thalwil ZH. Diese Information erwähnen die Ermittler der Kantonspolizei Schwyz in der "Aktenzeichen XY ungelöst"-Sendung.

Für Hinweise, die zur Auflärung des Verbrechens führen, ist eine Belohung von 5000 Franken ausgesetzt.

Raubmord an Metzger

Nicht geklärt ist auch ein zweiter Schwyzer Fall, der es 1990 ins deutsche Fernsehen geschafft hatte. Eine «Aktenzeichen»-Folge widmete sich damals dem Raubmord an einem Metzger aus Freienbach im Jahr 1989. Dessen verbrannte Leiche wurde auf dem Areal einer Bauunternehmung gefunden und wies Schussverletzungen auf. (chm/sda)