Tokyo 2020
14 Medaillen für die Schweiz an Paralympics: Marcel Hug holt zum Schluss sein viertes Gold

Die Paralympics in Tokio enden mit den Medaillen Nummer 13 und 14 für das Schweizer Team. Marcel Hug gewinnt im Marathon Gold, Manuela Schär holt Silber.

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Marcel Hug und der Zweitplatzierte Yong Zhang.

Marcel Hug und der Zweitplatzierte Yong Zhang.

Ennio Leanza / EPA

Marcel Hug gewinnt Gold über die Marathondistanz, es ist in seinem vierten Rennen die vierte Goldmedaille. Hug setzte sich rasch mit dem Chinesen Zhang Yong ab, kann ihn aber erst kurz vor dem Ziel entscheidend distanzieren. Und muss dabei bange Momente überstehen, weil sich schon nach 7 Kilometern der Gummi beim Antrieb am linken Rad löst.

«Das war extrem schwierig, vor allem mental», so Hug nach dem Rennen. Er habe sich nicht mehr richtig getraut zu attackieren, als er dann realisiert, dass Zhang am letzten Anstieg vor dem Ziel nicht mehr mithalten kann, macht sich grosse Erleichterung bei ihm breit. Er fährt den Vorsprung sicher zum vierten Sieg bei den Paralympics in Tokio, aber die tiefe Erschöpfung nach dieser Ausnahmeleistung ist ihm anzusehen.

Hug bei der Zieleinfahrt.

Hug bei der Zieleinfahrt.

Simon Bruty / AP

Er fühle sich sehr glücklich, sagt er, «aber so richtig realisieren, was hier passiert ist, das kann ich noch nicht». Hug wird die Saison zu Ende fahren, sich dann Gedanken machen, wie es weitergeht. Ob er 2024 in Paris nochmals dabei sein wird, das lässt er offen.

Manuela Schär verpasst Gold um eine Sekunde

Wie Hug muss Manuela Schär mit schwierigen Momenten umgehen in ihrem Marathon-Rennen. Bei ihr ist es eine Ungewissheit bei der Wahl des Equipments, das Wetter ist unsicher, vor dem Start habe der Grip nicht funktioniert. «Ich musste im letzten Moment noch Anpassungen vornehmen.» Doch nach dem Start kommt das gute Gefühl schnell, sie muss in der Taktik etwas umstellen, weil bei ihren Attacken nur die Australierin Madison de Rozario mitgeht.

Die beiden führen die Gruppe an die zeitweise deutlich mehr als eine Minute enteilte Susannah Scaroni (USA) heran, kurz vor der Einfahrt ins Stadion kann sich Madison de Rozario (AUS) absetzen, Schär verkürzt nochmals energisch. Am Ende fehlt eine einzige Sekunde.

Manuela Schär holt Silber.

Manuela Schär holt Silber.

Ennio Leanza / EPA

Aber sie ist überglücklich über diesen Abschluss von aussergewöhnlichen Spielen, mit denen sie den Frust von Rio 2016, wo sie ohne Medaille geblieben ist, endgültig überwunden hat. Jetzt ist sie froh, dass alles vorüber ist, sie freut sich aufs Nachhausekommen, um mit den Liebsten all die Emotionen teilen zu können.

Patrizia Eachus wird zum Abschluss gute 9. im Marathon. Nach einigen Enttäuschungen ist sie mit ihrer persönlichen Bestzeit (1:47,06) sehr zufrieden, es sei ein versöhnlicher Abschluss, so lasse es sich besser nach vorne schauen.

Vierter Platz im Badminton

Im Badminton belegten Cynthia Mathez und Karin Suter-Erath im Doppel den 4. Rang. Das war das angestrebte Ziel für Tokio, die ersten drei Teams sind im Normalfall überlegen. Aber wie schon im Halbfinal zeigen die Schweizerinnen gegen Sujirat Pookkham und Annouy Wetwithan eine starke Leistung, setzen die Thailänderinnen immer wieder unter Druck, liegen im zweiten Satz bei der Hälfte sogar in Front.

«Wir können stolz sein», sagt Mathez, und Suter-Erath ergänzt: «Wir haben alles gegeben, aber die Gegnerinnen waren wie eine Wand, sie brachten alles zurück.» Somit reisen Mathez und Suter-Erath mit besten Erinnerungen von diesen Paralympics, an denen Badminton erstmals überhaupt im Programm war, nach Hause.

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