Roter Sonnenhut

Tötet Echinaforce tatsächlich Coronaviren ab? Die Nachfrage ist riesig - Apotheker mahnt zur Vernunft

Echinaforce-Hype: Apotheker ruft zur Vernunft auf

Echinaforce-Hype: Apotheker ruft zur Vernunft auf.

Das pflanzliche Heilmittel «Echinaforce», welches in jeder Apotheke erhältlich ist, soll gemäss einer Studie das Coronavirus inaktivieren. Das löste einen Sturm auf die Apotheken aus, wie der Zürcher Apotheker Yves Platel bestätigt. Er ruft zur Vernunft auf.

Die Erfolgsmeldung verbreitete sich am frühen Montagmorgen via Medien wie ein Lauffeuer: Das Schweizer Labor Spiez konnte nachweisen, dass der Wirkstoff des Roten Sonnenhuts in Form des Thurgauer Naturheilmittels «Echinaforce» Covid-19-Viren abtöten kann.

In dem Laborversuch kam der pflanzliche Wirkstoff sogar gegen die Erreger der Pandemien in Asien von 2002 und 2012, MERS-CoV und SARS-CoV-1 an. Verkauft wird «Echinaforce» als Mittel zur Stärkung der Abwehrkräfte gegenüber Erklältungskrankheiten.

Gleich nach Türöffnung verlangten die ersten Kunden nach «Echinaforce»

Der Ansturm auf das Heilmittel und damit auf die Apotheken liess nicht lange auf sich warten. «Gleich nach Türöffnung um 7 Uhr verlangten mehrere Kunden nacheinander nach Echinaforce. Das ist ungewöhnlich», sagt Yves Platel in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

Platel ist Apotheker in der Bahnhofapotheke am Zürcher Hauptbahnhof. Er versteht, dass solche Meldungen in Zeiten von grosser Unsicherheit einen regelrechten Hype auslösen, sagt aber auch, dass solche Studien «mit Vernunft» zu geniessen seien. Noch sei nicht klar, wie das Heilmittel gegen das aktuelle Coronavirus wirke.

Eine Mengen-Begrenzung gibt es laut Platel nicht für den Kauf von «Echinaforce». «Doch als Apotheker sind wir verpflichtet, ein Medikament mit einer Beratung zu verkaufen und empfehlen den Kunden, ein Mittel erst auzuprobieren, bevor sie eine grosse Menge kaufen.» (SDA/smo)

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