Kochbuch
«TipTopf»: Mit diesem Klassiker kocht fast jeder Schweizer Haushalt

In vielen Schweizer Küchen steht ein Klassiker im Regal: das Kochbuch «Tiptopf». Diesen Monat wurde das zweimillionste Buch ausgeliefert. Es ist damit das meistverkaufte Lehrmittel der Schweiz. Selbst Alt-Bundesrat Moritz Leuenberger findet es gut.

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Bereits zwei Millionen Tiptopf sind in den Haushalten anzutreffen

Bereits zwei Millionen Tiptopf sind in den Haushalten anzutreffen

Keystone

Und es ist wohl auch eines der seltenen Schulbücher, das viele bis ins Erwachsenenalter rege benutzen. Die Erstauflage datiert aus dem Jahr 1986, wie der Schulverlag plus am Mittwoch mitteilte. Seither wurde das Grundlagenwerk zweimal vollständig überarbeitet, letztmals 2008. Dabei machte auch neue Lebensgewohnheiten vor dem «Tiptopf» nicht Halt: in dem Standardwerk finden sich mehr schnelle Gerichte, mehr Salatvariationen und mehr internationale Küche.

Jeder kochte sein eigenes Süppchen

Bis zur Einführung von «Tiptopf» hatte fast jeder Kanton sein eigenes Kochlehrbuch. Unter der Federführung der Interkantonalen Lehrmittelzentrale wurde deshalb ein gemeinsames Vorgehen beschlossen. Das Gesamtprojekt umfasste zwei Lehrwerkteile. Der Kanton Zürich übernahm «Haushalten mit Pfiff», der Kanton Bern den «Tiptopf». Als Autorinnen für den «Tiptopf» wurden zwei Hauswirtschaftslehrerinnen aus dem Kanton Zürich, zwei aus dem Kanton Bern, und eine aus dem Kanton Luzern gewählt.

Sie mussten einen gemeinsamen Nenner finden, nicht nur bezüglich Lehrpläne. So galt es auch, regionale Traditionen und Eigenheiten zu berücksichtigen und eine einheitliche Sprache zu finden - heisst es nun Kuchen, Wähe oder Fladen, Kohlrabi oder Rübkohl, Fasnachtsküchlein oder Chnöiplätze?

Lob vom Bundespräsidenten

Dabei soll es mitunter zu hitzigen Diskussionen gekommen sein, wie sich Verlagsleiter Walter Schürch erinnert. «Die Texte wurden auf alten Schreibmaschinen getippt, der Verbrauch an Tippex stieg schier ins Unermessliche», sagte Schürch heute in Bern. Das Ringen um eine gute Lösung habe sich aber gelohnt. Alt-Bundesrat Moritz Leuenberger soll nach Angaben des Schulverlags den Tiptopf einmal als als pädagogisch so einleuchtend gelobt haben, «dass selbst ein Bundespräsident draus kommt». (sda/san)

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