Der Fall Tinner
Tinners sollen wegen Atomwaffen-Lieferungen vor Gericht

Die Untersuchung gegen Urs, Marco und Friedrich Tinner ist abgeschlossen: Die drei werden verdächtigt, Komponenten für Atomwaffen von Muammar Ghadhafi geliefert zu haben und sollen deshalb angeklagt werden.

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Tinner-Akten wurden vernichtet (Archiv)

Tinner-Akten wurden vernichtet (Archiv)

Keystone

«Am Freitag haben die Schlusseinvernahmen stattgefunden», sagt dazu Andreas Müller vom Eidgenössischen Untersuchungsrichteramt. «Anfang nächster Woche werden die Schlussberichte an die Parteien verschickt und die Akten der Bundesanwaltschaft übergeben.» Zum Inhalt des Schlussberichts will Müller nichts sagen. «Das Ergebnis der Voruntersuchung wird voraussichtlich am nächsten Donnerstag an einer Medienorientierung vorgestellt.» Bereits jetzt steht allerdings fest, dass der Untersuchungsrichter den drei Angeschuldigten vorsätzlichen Verstoss gegen das Kriegsmaterialgesetz sowie (zumindest zum Teil) Geldwäscherei vorwirft, wie die «NZZ am Sonntag» weiter berichtet. Aus diesem Grund wird der Untersuchungsrichter in seinem Schlussbericht der Bundesanwaltschaft auch beantragen, gegen die Tinners Anklage zu erheben. Konkret sollen diese zwischen 1998 und 2003 Tim Auftrag des pakistanischen Atomwaffen-Konstrukteurs Abdul Khan Teile von Urananreicherungs-Zentrifugen an den libyschen Herrscher Muammar Ghadhafi geliefert haben.