Verwilderte Katzen

Tierschutz kritisiert Bundesrat in Katzenfrage als «unwissend»

Streunende Katzen sollen gemäss dem STS kastriert statt abgeschossen werden (Symbolbild)

Streunende Katzen sollen gemäss dem STS kastriert statt abgeschossen werden (Symbolbild)

Der Bundesrat will den Abschuss streunender und verwilderter Katzen nicht verbieten. Das hat nun den Schweizer Tierschutz (STS) auf den Plan gerufen: Die Landesregierung sei «unwissend und uninformiert». Der STS fordert «Kastration statt Abschuss».

Der Bundesrat hat dieser Tage eine Motion des Genfer CVP-Nationalrats Luc Berthassat abgelehnt, welcher ein Abschussverbot forderte.

Die Haltung des Bundesrats zeuge von Unwissen, schreibt der STS in einem Communiqué vom Montag. So behaupte die Regierung etwa, verwilderte Hauskatzen seien eine beachtliche Gefahr für Vögel, Feldhasen und Reptilien. Dafür gebe es aber keine wissenschaftlichen Beweise, zitiert der STS den Schweizer Verhaltenswissenschafter und Katzenspezialisten Dennis C. Turner.

Eine Schweizer Studie zeige sogar das Gegenteil, nämlich dass zum Beispiel der Hausrotschwanz auch bei hoher Katzendichte Überschüsse an Jungtieren produziere, schreibt der STS.

Das Einfangen und Kastrieren verwilderter Katzen bezeichne der Bundesrat als zu aufwändig und zu teuer. "Dem Bundesrat ist aber offenbar nicht bewusst, dass der STS und seine Sektionen seit rund 15 Jahren jährlich mit Erfolg bis zu 10'000 Katzen fangen und kastrieren lassen."

Eines zivilisierten Landes nicht würdig

Die Tierschutzorganisationen finanzierten diese Kampagnen vollständig aus eigenen Mitteln, aus Spenden und Legaten. Hinzu kämen Preisnachlässe durch die Gesellschaft Schweizer Tierärzte, deren Mitglieder bei den Kastrationsaktionen mitmachten.

"Es wäre an der Zeit, dass auch der Staat sich seiner Verantwortung bewusst würde und seinen Teil zum gesamtschweizerischen Problem der verwilderten Katzen beitragen würde", schreibt der STS weiter. Der Abschuss von Katzen sei eines zivilisierten Landes nicht würdig.

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