Die Massenkarambolage ereignete sich bei der Ausfahrt des Eich-Tunnels LU, als der Kolonnenverkehr ins Stocken geriet, wie die Luzerner Polizei mitteilte. In den Unfall waren zehn Autos sowie ein Lieferwagen verwickelt.

Beim Unfall wurden sieben Personen leicht verletzt. Sie konnten sich selber aus ihren Autos befreien. Sie wurden mit mehreren Ambulanzen in umliegende Spitäler gebracht. Diese konnten sie bis am Mittag wieder verlassen.

Am Mittag zog heftiges Schneegestöber über den Kanton Luzern. Dieses führte im Nu zu Glatteis und schneebedeckten Verkehrswegen. Innerhalb von eineinhalb Stunden kam es zu mehreren Verkehrsunfällen auf der Autobahn A2 und Hauptstrassen, die drei Verletzte forderten.

Auf der Autobahn A2 zwischen dem Grenzübergang Chiasso-Brogeda und dem Gotthard-Tunnel behinderte der Schneefall den Verkehr in beide Richtungen.

Im Wallis ereignete sich am Nachmittag im Siders-Tunnel auf der A9 ein schwerer Selbstunfall. Die Autobahn musste zwischen Siders-Ost und Siders-West in Richtung Sitten vorübergehend gesperrt werden.

Das Sturmtief Egon fegte auch über Deutschland hinweg und sorgte vielerorts für Probleme: 

Glück im Unglück hatten Schulkinder im Kanton Neuenburg. Bei der Rückkehr aus dem Skilager geriet einer der Busse ins Rutschen und verunfallte. Keines der 55 Schulkinder und der acht Begleitenden wurde aber verletzt.

Auch im Kanton Bern waren die Verhältnisse prekär: Bis zur Mitte des Nachmittags sind bei 56 Verkehrsunfällen neun Personen verletzt worden.

Der Schneefall des Sturmtiefs Egon

Für den Schneefall und die starken Sturmböen auf der Alpennordseite ist das Sturmtief Egon verantwortlich. In Cressier NE blies der Wind mit einer Geschwindigkeit von 117 Stundenkilometern, in Luzern erreichten die Böen 111 Stundenkilometer, wie der Wetterdienst MeteoGroup mitteilte. Gar mit Orkanstärke wehte es auf dem Kronberg AI mit 150 Stundenkilometern.

Stromausfall in der Region Mühleberg

Im Kanton Bern gingen bis Freitagmorgen 27 Meldungen im Zusammenhang mit dem Sturm bei der Polizei ein, wie Mediensprecher Dominik Jäggi sagte. Vereinzelt wurden auch Gerüstteile auf die Strasse geweht und in Evilard/Leubringen und in Frinvillier im Berner Jura fiel der Strom aus.

Die BKW meldete am Freitagmorgen auch einen Stromausfall in der Region Mühleberg. Wegen verschiedener Versorgungsunterbrüche seien zeitweise mehr als 10'000 BKW-Kunden ohne Strom gewesen, schreibt das Unternehmen.

Christbäume weggeblasen

In der Zentralschweiz mussten Feuerwehren vereinzelt wegen entwurzelter Bäume und umgewehter Bauabschrankungen ausrücken. In Hergiswil NW krachte eine Pappel auf zwei Autos. Verletzt wurde niemand.

Im Kanton Schwyz wurden in Ibach mehrere zur Entsorgung bereitgestellte Christbäume weggeblasen und mussten wieder eingesammelt werden. In Steinen und Sattel blieben mehrere Fahrzeuge wegen Schnees stecken. In Sursee und Ebersecken im Kanton Luzern rückten Feuerwehren aus, um Strassen von umgestürzten Bäumen zu befreien. Bei Kriens fiel die Luftseilbahn wegen starker Winde aus.

Bodensee-Fährdienst eingestellt

Wie die SBB mitteilte, war der Schienenverkehr zwischen Basel SBB und Basel Badischer Bahnhof wegen Unwetters vorübergehend unterbrochen. Wegen starker Winde fielen auch die Züge zwischen Weissbad AI und Wasserauen AI auf der Linie Gossau SG - Wasserauen aus.

Einige Strecken mussten wegen der Unwetter geschlossen werden, darunter bei Montreux am Genfer See und bei Weissbad südlich des Bodensees. Auf dem See selbst wurde der Fährdienst von Romanshorn nach Friedrichshafen wegen Unwettern eingestellt.

Auf den Sturm folgen eisige Tage

Laut dem Wetterdienst fällt bis am Sonntag vor allem entlang der Alpen immer wieder Schnee, da sich die Feuchtigkeit staut. Am meisten Schnee im Flachland erwarten die Meteorologen mit rund zehn Zentimetern im Aargau und Luzerner Mittelland. Entlang der Alpen soll es etwa 15 bis 40 Zentimeter Schnee geben.

Entsprechend verschärfte sich die Lawinengefahr. Sie stieg in den Alpengebieten teilweise auf die zweithöchste Stufe an.

Ab Sonntag folgen eisige Tage, an welchen die Tageshöchstwerte deutlich unter Null liegen sollen. Damit dürften viele Weiher und kleinere Seen zufrieren.

Lauberhorn-OK ist optimistisch

Optimistisch hinsichtlich der Lauberhornrennen vom Freitag bis Sonntag gab sich am Freitagmorgen im Regionaljournal Bern Freiburg Wallis von Radio SRF OK-Chef Urs Näpflin. Er sagte, es gebe eine gute Chance für eine Wetterberuhigung am Samstagmittag, also dem Zeitpunkt, zu dem die Abfahrt in Wengen stattfinden soll.

Er glaube, dieses Rennen sei nicht in Gefahr: "Im Gegenteil, wir sind sehr zuversichtlich". Der Slalom vom Sonntag könne ohnehin stattfinden.