'Ndrangheta

Thurgauer SVP-Kantonsrat Hermann Lei will Mafiosi ausbürgern und ausschaffen

Geht es nach SVP-Kantonsrat Hermann Lei, werden Mitglieder krimineller Organisationen konsequent ausgeschafft.

Geht es nach SVP-Kantonsrat Hermann Lei, werden Mitglieder krimineller Organisationen konsequent ausgeschafft.

Mit einer Anfrage an die Regierung will der Thurgauer SVP-Kantonsrat Hermann Lei wissen, wie Mitglieder krimineller Organisationen allenfalls ausgeschafft werden könnten.

"Was kann der Regierungsrat tun, damit der Thurgau nicht weiterhin Rückzugsgebiet für Mafia-Organisationen ist?" Dies fragte Kantonsrat Hermann Lei (SVP) am Mittwoch im Grossen Rat nach der Verhaftung zweier mutmasslicher Mafia-Mitglieder aus der Region Frauenfeld.

Einer der in Italien verhafteten Mafia-Leute sei in Frauenfeld Taxifahrer und, sofern es sich um dieselbe Person handle, "pikanterweise bei der Fachstelle Integration als Kontaktperson einer Migrantenorganisation gemeldet", schreibt der Jurist in seiner Anfrage.

Lei verlangt Auskunft darüber, was der Regierungsrat über die angebliche Mafia-Zelle im Kanton Thurgau wisse und was die Regierung tun könne, damit der Thurgau nicht weiterhin Rückzugsgebiet für Mafia-Organisationen sei.

Voraussetzungen für Ausbürgerung

Er will weiter wissen, wie die zuständigen Stellen informiert würden, um gegen Mitglieder krimineller Organisationen - zum Beispiel auch Schweizer Dschihadisten - bei gegebenen Voraussetzungen die Ausbürgerung, den Entzug der Aufenthaltsbewilligung und die Ausweisung in die Wege zu leiten.

Im Interview mit dem Newsportal «20min» sagte Lei, dass nach der Ausbürgerung Mafiosis sogar ausgeschafft werden könnten: «Sobald die Betreffenden ausgebürgert sind, kann man ihnen auch noch das Wohnrecht entziehen.»

Die Thurgauer Regierung hat zwei Monate Zeit für eine Antwort. Einfache Anfragen sind mit der Beantwortung durch den Regierungsrat erledigt und werden nicht weiter diskutiert.

Verhaftungen in Süditalien

Bundesanwalt Michael Lauber hatte am Montag in Bern bekannt gegeben, dass die Polizei letzte Woche in der süditalienischen Provinz Reggio Calabria 16 Personen verhaftet habe, darunter zwei Schweizer. Diese sollen mit der kalabrischen Mafia-Organisation "N'drangheta" in Verbindung stehen.

Die Verdächtigen sollen im Drogen- und Waffengeschäft aktiv sein, allerdings vorwiegend in Italien. Die Gruppe habe seit 40 Jahren im Raum Frauenfeld ihre Basis, sagte der Bundesanwalt. Die Schweiz sei kein mafiöses Land. (sda/nch)

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