Herr Hurter, wurmt es Sie als einer der härtesten Kritiker des Gripen, dass die sicherheitspolitische Kommission des Nationalrates dem Kampfjet-Kauf so deutlich zustimmt?

Thomas Hurter: Meine Begeisterung hält sich in Grenzen. Aber die Kommission und die Subkommission haben gute Arbeit geleistet und die richtigen Fragen gestellt. Der Druck auf Schweden hat viel gebracht, zum Beispiel eine Staatsgarantie und eine tiefere Anzahlung. Aber längst nicht alle unsere Forderungen sind erfüllt. Es bestehen weiterhin Risiken. Wir müssen das Geschäft auch in Zukunft eng begleiten.

Haben Sie persönlich dem Deal zugestimmt?

Ich spreche nicht darüber, wie ich gestimmt habe.

Wie ist Ihr Verhältnis zu Verteidigungsminister Ueli Maurer nach all den Turbulenzen?

Wir haben ein gutes Einvernehmen. Klar hatte er nicht immer Freude an der Kritik. Mir ging es um die Sache, nicht darum, was andere denken. Bundesrat Maurer sagt selber, dass der Druck der Kommission die Verhandlungsposition der Schweiz gegenüber Schweden verbessert habe.

Ganz im Trockenen ist der Gripen noch nicht: Die Kommission hat einen Rückweisungsantrag nur sehr knapp abgelehnt. Im Nationalrat könnte das Stimmenverhältnis noch einmal kippen.

Ich glaube, die sicherheitspolitische Kommission war die grössere Hürde für den Gripen, als es der Nationalrat sein wird. Allenfalls könnte die Abstimmung über die Lösung der Schuldenbremse zur Zitterpartie werden – ein einfaches Mehr reicht nicht, es braucht 101 Stimmen.

Was ist Ihr Bauchgefühl: Fliegen ab dem Jahr 2018 die ersten Gripen E für die Schweizer Luftwaffe?

Davon sind wir noch weit entfernt. Zuerst kommt die Entscheidung im Parlament, dann die Volksabstimmung. Es gibt noch viel zu tun!