Kampfjets
Thomas Hurter: Der Linienpilot im Kampfjet-Streit

Der Schaffhauser SVP-Nationalrat Thomas Hurter präsidiert die Subkommission, die sich mit dem Kampfjet-Kauf befasst. Armeeabschaffer üben zwar Kritik, doch im Parlament erhält der 48-Jährige viel Lob für seine Arbeit.

Simon Fischer
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Ein grosser Fan der Fliegerei: SVP-Nationalrat Thomas Hurter.HO

Ein grosser Fan der Fliegerei: SVP-Nationalrat Thomas Hurter.HO

Thomas Hurter ist der wohl grösste Fan der Fliegerei im Parlament. Kein Wunder: Von 1986 bis 1993 war der Schaffhauser SVP-Nationalrat Berufsmilitärpilot und Fluglehrer der Luftwaffe. Seither arbeitet der Vater zweier Töchter als Linienpilot, zuerst bei der Swissair, mittlerweile bei der Swiss. Gleichzeitig ist der Hauptmann in der Armee noch immer Milizpilot.

Vor diesem Hintergrund scheint es logisch, dass Hurter nun innerhalb der Sicherheitspolitischen Kommission des Nationalrats jene Subkommission präsidiert, die sich mit dem Kauf neuer Kampfjets befasst. Er bringt die nötige fachliche Kompetenz mit, ist im Fliegerei-Geschäft bestens vernetzt und spricht fliessend Französisch und Englisch. Hinzu kommt, dass Hurter laut gut informierten Quellen einen ausserordentlich guten Draht zu den drei Kampfjet-Anbietern Saab, EADS und Dassault hat. «Sein Wort zählt dort etwas, und er wird ernst genommen, das ist wichtig», sagt der Insider.

Ein Feindbild der GSoA

Doch das sehen nicht alle so. Hurters Affinität zur Fliegerei und seine politische Heimat rufen auch Kritiker auf den Plan, vor allem aus den Reihen der Armeeabschaffer. Erst kürzlich richtete die Gruppe für eine Schweiz ohne Armee (GSoA) heftige Korruptionsvorwürfe an die Adresse Hurters. Der Grund: Hurter ist Mitglied des Arbeitskreises Sicherheit und Wehrtechnik – laut den Armeegegnern eine Scheinorganisation, gesteuert von der PR-Agentur Farner, die wiederum ein Mandat des französischen Jet-Herstellers Dassault hat.

Hurter wehrt sich vehement gegen solche Anschuldigungen, spricht von Verleumdung und überlegt sich, rechtliche Schritte gegen die GSoA einzuleiten. Trotz der Heftigkeit der Vorwürfe schlugen diese in Bundesbern aber keinerlei Wellen. Denn Hurter gilt als integrer Parlamentarier, sowohl bei Parteikollegen als auch bei politischen Gegnern.

Zusammenarbeit funktioniert gut

Die Zürcher SP-Nationalrätin Chantal Galladé etwa, zurzeit Präsidentin der sicherheitspolitischen Kommission des Nationalrats, beschreibt Hurter als sehr angenehmen, offenen und fairen Kollegen. «Dass wir politisch nicht immer gleicher Meinung sind, liegt auf der Hand, aber die Zusammenarbeit funktioniert bestens», so Galladé. Sie sieht auch kein Problem darin, dass Hurter die Kampfjet-Subkommission präsidiert. «Im Gegenteil, er hat in diesem Dossier wohl eine fachliche Kompetenz wie kein anderer in der Kommission.» Deshalb sei es dort auch nie ein Thema gewesen, dass Hurter für den Posten nicht geeignet sein könnte. Von Mitgliedern der Subkommission höre sie immer wieder, dass das Gremium sehr gut geführt sei, sagt Galladé.

Auch die Aargauer FDP-Nationalrätin Corina Eichenberger, die ebenfalls Mitglied der Subkommission ist, beschreibt Hurter als konstruktiven und loyalen Kollegen, mit dem es sich gut diskutieren lässt. «Und man kann sich stets auf sein Wort verlassen.»